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Holzspäne für finnischen Premier

Mit einer Wagenladung Holzspänen begrüßten Greenpeace-Aktivisten am Mittwochmorgen den finnischen Premierminister Matti Vanhanen in Rom. Die Späne sind ein Symbol für die finnische Kultur. Genauer: Ein Symbol für die Rentierwälder der finnischen Ureinwohner, der Sami. Und die Wälder sind von Kahlschlag bedroht.

Vor dem Sitz der Ernährungs- und Agrarorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization - FAO) haben die Greenpeacer die Holzspäne auf den Boden geschüttet. Vom Dach der FAO entrollten sie ein Banner: Hört auf, die Rentierwälder der Sami zu verwüsten.

Anlass von Vanhanens Besuch in Rom ist die Eröffnung eines finnischen Wald-Raumes im FAO-Gebäude. Dieser Konferenzraum repäsentiere einen wichtigen Aspekt der finnischen Kultur, so die Regierung. Doch in Lappland macht sie die Urwälder zu Holzspänen für die Zellstoff- und Papierproduktion.

Während der finnische Premierminister ins Ausland reist, um die finnische Kultur zu feiern, ist seine Regierung daheim in Finnland damit beschäftigt, die Existenz der Sami-Rentierhirten zu zerstören und Geld daraus zu machen, sagt Matti Liimatainen, Waldexperte bei Greenpeace in Lappland.

Die traditionelle Form des Rentierhütens mit freiem Grasen ist die Grundlage der Kultur der Sami. Ihre Zukunft hängt jedoch in der Schwebe, weil die Regierung sich weigert, eine langfristige Lösung für diese strittige Frage zu suchen.

Anfang März hat Greenpeace in Lappland eine Urwaldschutzstation errichtet. Die Station liegt inmitten eines von Kahlschlag bedrohten Waldgebietes. Greenpeace möchte damit auf die anhaltende Zerstörung des Urwaldes aufmerksam machen. (us)

In unserem täglich aktualisierten Weblog finden Sie viele Berichte und Fotos rund um die Urwaldschutzstation.

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