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Hört auf den Urwald im Klo hinunterzuspülen!

So lautet die Forderung auf den Bannern von 25 Greenpeace-Aktivisten an den weltgrößten Papiertuchhersteller Kimberly Clark. Aneinandergekettet protestieren sie seit dem frühen Donnerstagmorgen vor der Europazentrale von Kimberly-Clark in Torino/Italien. In Toiletten gesteckte Tannen sollen den Umgang des Zellstoffproduzenten mit dem kanadischen Urwald symbolisieren.

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Laut Kimberly Clark werden lediglich Holzspäne verwendet, die anderenfalls im Müll gelandet wären. Wald-Expertin Christy Ferguson von Greenpeace bezeichnet diese Behauptung als den kläglichen Versuch sich reinzuwaschen. Ferguson erklärt, dass Späne ein ebenso profitabler Bestandteil der Holzindustrie seien wie alle anderen und somit ihr Kauf auch genauso zur Zerstörung des Waldes beitragen würde. Kimberly Clark ist Produzent von Marken wie zum Beispiel Kleenex, Scottex oder Hakle.

Der kanadische Urwald macht beinah ein Viertel des Urwalds der Erde aus und ist weltweit der wichtigste CO2-Speicher. Trotz seiner enormen ökologischen Bedeutung schreitet die Abholzung des Waldes in beispiellosem Tempo voran. Um 10,000 Quadratkilometer schrumpft der nördliche Nadelwaldgürtel Jahr für Jahr. Das entspricht der Fläche des Libanons.

Wie kann Kimberly Clark die Unterstützung einer solchen Zerstörung rechtfertigen?, fragt der italienische Greenpeace Waldexperte Sergio Baffoni, Besonders da umweltfreundliche Alternativen existieren? Greenpeace fordert daher zum einen die drastische Erhöhung des Recyclingpapieranteils in allen Kimberly-Clark-Produkten. Zum Anderen sollte das Unternehmen sich verpflichten nur Frischholz aus nachhaltiger Waldwirtschaft zu beziehen, das durch den Forest Stewardship Council (FSC) ausgezeichnet ist.

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