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Greenpeace-Aktion zum Schutz der Munduruku im Amazonas

Herzensangelegenheit

Es geht um Anerkennung, Verantwortung, Solidarität: Greenpeace-Aktivisten treten für die Rechte der Indigenen am Amazonas ein und erinnerten heute die Firma Siemens an ihre Pflicht.

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Sie sind gekommen, damit sie bleiben: Greenpeace-Aktivisten stärkten heute Morgen bei Siemens in München den Munduruku den Rücken. Das indigene Volk, das am Tapajós-Fluss in Brasilien lebt, droht durch ein gigantisches Wasserkraftwerk, den Sâo-Luiz-do-Tapajós-Staudamm, seine Heimat zu verlieren. Was Siemens damit zu tun hat? Die Siemens-AG ist direkt und auch über sein Joint Venture Voith Hydro als Zulieferer an zerstörerischen Staudammprojekten beteiligt. Jetzt könnte der deutsche Traditionskonzern sich von dem Bau des neuen Staudammes distanzieren.

Rote Linien und Lebensadern

Ein Geschenk hatten die Aktivisten auch mitgebracht; es war für Firmenchef Joe Kaeser: die Baumscheibe eines Paranussbaumes aus dem brasilianischen Urwald. Darauf zu lesen war die Mahnung: „Save the Heart of the Amazon“ – Schützt das Herz des Amazonas! Außerdem rahmten sie das Gelände der Firmenzentrale mit einer roten Linie ein – symbolisch für die Grenze des Landes der indigenen Munduruku. Denn diese Grenze soll offiziell anerkannt werden, damit die Heimat der Munduruku und somit auch das Herz des Amazonas-Regenwaldes vor Eingriffen geschützt ist.

Der Amazonas und seine Nebenflüsse sind die Lebensadern des nördlichen Südamerikas. Auch Brasilien lebt von dem Flusssystem, allerdings immer weniger im Einklang mit der Natur. Das geplante Staudammprojekt am Tapajós würde einen der letzten unberührten Arme des Amazonas‘ zur Großbaustelle machen. Abzusehen sind gewaltige Umweltschäden im Wald; der Lebensraum zahlreicher Arten würde durch den Stausee überflutet: ein 729 Quadratkilometer großes Reservoir – eine Fläche rund doppelt so groß wie München.

Besonders die Munduruku träfe das Vorhaben hart: Seit Jahrzehnten leben sie am Ufer des Tapajós, mehr als 12.000 von ihnen müssten ihr Zuhause aufgeben. Dabei soll der Sâo-Luiz-Staudamm lediglich der erste von vielen weiteren am Tapajós-Fluss sein.

Siemens muss Verantwortung beweisen

Die Bauteile für derartige Mammutprojekte liefern internationale Firmen. Bereits beim Errichten des Belo-Monte-Staudamms am brasilianischen Rio Xingu kam deutsche Technologie zum Einsatz. Voith Hydro, ein Joint Venture von Siemens und der Württemberger Firma Voith, ist eines der weltweit führenden Unternehmen für Wasserkraftanlagen. Die Greenpeace-Aktivisten, die heute Morgen vor der Siemens-Konzernzentrale standen, erinnerten den Konzern an seine ökologische und soziale Verantwortung.

„Siemens kann sich nicht glaubwürdig grüne Ziele setzen – und sich dann an solch zerstörerischen Projekten im Urwald beteiligen“, sagt Sandra Hieke, Greenpeace-Expertin für Wälder. Ein neuer Report von Greenpeace fasst zusammen, inwieweit der Konzern bislang an Bauprojekten im Amazonas beteiligt war – und welche Perspektiven sich dem Unternehmen als „grüner Innovator“ böten.

Solidarität auch vor Ort

Zeitgleich mit der Aktion in München beginnt in Brasilien das Camp in Sawré Muybu: Etwa 30 Aktivisten aus 13 Ländern kommen ab heute für mehr als einen Monat am Ufer des Flusses zusammen. Dort werden sie gemeinsam mit den Munduruku für den Schutz des Amazonas protestieren und auf der ganzen Welt Aufmerksamkeit für deren bedrohte Heimat schaffen. Dazu markieren sie das Land der indigenen Bevölkerung mit rund 50 Schildern – und greifen damit der Regierung vor: Die Tafeln ähneln jenen, mit denen Brasilien das Gebiet der Munduruku endlich formal anerkennen würde. Die ersten Schritte dazu sind bereits getan, die Pläne für den Mega-Staudamm Sâo-Luiz-do-Tapajós ruhen seitdem. Doch noch ist das Projekt nicht vom Tisch. 

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