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Großaffen akut gefährdet

Der Lebensraum großer Affen wird weltweit immer kleiner, ihre Existenz ist akut bedroht. Das ergibt eine Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), die auf dem Weltgipfel in Johannesburg veröffentlicht wurde. Geht die Entwicklung im gleichen Tempo weiter, so wird im Jahre 2030 nur noch ein Bruchteil der afrikanischen und südostasiatischen Urwälder vorhanden sein, in denen die Gorillas, Orang-Utans, Bonobos und Schimpansen leben.

Die Studie berücksichtigt nicht nur Faktoren wie Straßenbau, Erzabbau und Ausbau der Infrastruktur, sondern auch die daraus resultierende Zerstückelung der Lebensräume und die Lärmbelästigung. Schon heute sind nur noch 28 Prozent der von Gorillas bewohnten Urwaldregionen relativ unberührt. Im Jahre 2030 werden es nur noch zehn Prozent sein. Den Schimpansen bleiben acht, den Bonobos vier und den Orang Utans nicht einmal ein Prozent ihres Lebensraums erhalten.

Nationale Aktionspläne zur Wiederherstellung und Erhaltung der Lebensräume sollen jetzt ins Leben gerufen werden. Klaus Töpfer, Geschäftsführer des UN-Umweltprogramms, sagte: Die Großaffen zu retten heißt auch, Menschen zu retten. Vom Lebensraum der Tiere hänge gleichzeitig die Versorgung vieler Menschen mit Nahrung, Medizin und sauberem Wasser ab. Das Schicksal der Großaffen habe darum eine große symbolische Bedeutung für die Fähigkeit des Menschen, eine nachhaltigere Zukunft zu entwickeln, so Töpfer.

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