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Greenpeace vergibt Goldene Kettensäge 2006

Das Geschenk kam nicht gut an. Sechs Greenpeacer wollten dem malaysischen Unternehmen Rimbunan Hijau (RH) am Mittwoch in Port Moresby, Papua-Neuguinea, die Goldene Kettensäge überreichen. Der Greenpeace-Preis geht an Holzkonzerne, die besonders erfolgreich die letzten Urwälder der Erde zerstören. Rimbunan Hijau verwüstet seit 30 Jahren die Wälder Südostasiens, unter anderem in Papua-Neuguinea.

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Angestellte der RH-Niederlassung in der papua-neuguineischen Hauptstadt hielten Greenpeace-Aktivisten sowie Pressevertreter eine Dreiviertelstunde lang auf dem Gelände fest. Einen Kameramann griffen sie tätlich an und zerstörten seine Kamera, um an den Film zu kommen. Die Polizei griff schließlich ein und geleitete Greenpeacer und Konzernmanager zur nächsten Wache. Eine Anzeige erfolgte nicht.

Wir wollten nur friedlich die Goldene Kettensäge überreichen und wieder abziehen, erklärte Stephen Campbell, Waldexperte von Greenpeace. Diese Art von Reaktion ist typisch für das Unternehmen. Rimbunan Hijau fühlt sich jenseits von Recht und Gesetz. Dabei zerstören sie das Naturerbe der Papua-Neuguineer. Sie haben die Auszeichnung wirklich verdient.

In einem Lagebericht über die Jahre 2003 und 2004 sind zahlreiche Klagen von Landeignern in Papua-Neuguinea dokumentiert. Sie beklagen Übergriffe, Raub und körperliche Gewalt durch die Holzfäller. Schwere Anschuldigungen erhob auch ein früherer Polizeibeamter, Mitglied einer Spezialeinheit, im November 2004: Der Konzern habe Polizeibeamte dafür bezahlt, lokale Landbesitzer einzuschüchtern und zu schlagen, sobald sie sich über Rechtsverletzungen durch das Unternehmen beschwerten.

Die Firma kann sich solche Übergriffe leisten. Korruption ist eines der größten Probleme in Papua-Neuguinea. Auf der Gehaltsliste von Rimbunan Hijau stehen Politiker und Beamte bis in die höchste Ebene hinein. Erst kürzlich hat die Regierung dem Holzkonzern eine neue Konzession zugesagt: 791.000 Hektar in Kamula Dosa, einem der größten unberührten Urwaldgebiete, die dem Land noch geblieben sind.

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