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Gabun schützt seine Urwälder

Der zentralafrikanische Staat Gabun will zehn Prozent seiner Landesfläche in Nationalparks umwandeln. Dem Anfang September verkündeten Beschluss ging eine zehnjährige Planungsphase in Zusammenarbeit mit der Wildlife Conservation Society (WCS) in New York voraus. In Gabun befinden sich einige der weltweit unberührtesten Urwaldgebiete. Keines war bisher geschützt.

Die 13 einzelnen Schutzgebiete werden insgesamt eine Fläche von zweieinhalb Millionen Hektar umfassen. Das entspricht fast der Größe Albaniens. Geschützt werden sowohl Küstenbereiche mit unberührten Stränden und Mangrovensümpfen als auch Wälder, die den Lebensraum von Gorillas, Schimpansen und Waldelefanten bilden. Ebenso die beiden größten und spektakulärsten Wasserfälle des afrikanischen Urwalds und die Ogooué-Feuchtgebiete, die das zweitgrößte Süßwasser-Delta des Kontinents bilden. Als ökonomische Alternative zum bisherigen Holzeinschlag soll der Ökotourismus gefördert werden.

Neben Costa Rica, das zwar einen höheren Prozentsatz seines Landes, insgesamt aber eine weitaus kleinere Fläche unter Schutz gestellt hat, übernimmt Gabun mit der Entscheidung eine führende Rolle im Artenschutz. Die WCS nannte den Beschluss der Regierung in Libreville einen der mutigsten Schritte der letzten 20 Jahre und einen bedeutenden Sieg für die afrikanische Tier- und Pflanzenwelt. Es sei zu hoffen, das andere Staaten dem Beispiel folgen würden.

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