Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Gabriel hält an Beimischung in Benzin und Diesel fest

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat am Freitag in Berlin bekannt gegeben, dass er an der Beimischung sogenannter Bio-Treibstoffe in Benzin und Diesel festhält. Ulrike Kallee, Biomasse-Expertin von Greenpeace, kommentiert die Meldung:

  • /

Heute ist ein schlechter Tag für den Klimaschutz: Auch im kommenden Jahr werden deutsche Autofahrer gezwungen sein, Urwald zu vertanken. Sigmar Gabriel erwähnt, dass es auch andere Bedrohungen für die letzten Urwälder gibt. Vor dem Hintergrund der Diskussion um Bio-Treibstoffe ist jedoch der Verweis auf den Futtermittelanbau ein allzu durchsichtiges Ablenkungsmanöver.

Das Weniger an Ethanol will Gabriel durch ein Mehr an Bio-Diesel ausgleichen. Der Bedarf an landwirtschaftlichen Flächen für den Anbau von Soja wird dadurch weiter steigen, der Druck auf die letzten Urwälder wird weiter zunehmen. Wenn sich Umweltschutzminister Gabriel in sechs Wochen auf dem UN-Urwaldgipfel in Bonn nicht völlig blamieren will, darf es in Deutschland keine Bio-Treibstoff-Quote mehr geben.

Sigmar Gabriel muss endlich Klimapolitik machen, die diesen Namen auch verdient. Er muss bei Bio-Treibstoffen jetzt die Notbremse ziehen und sich auf EU-Ebene gegen ihren Einsatz aussprechen. Im Verkehrsbereich muss der Druck auf die Autoindustrie weiter steigen, verbrauchsarme Fahrzeuge zu bauen und auf den Autobahnen muss umgehend ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern eingeführt werden.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Weltweite Waldbrände

Ob Norden oder Süden – auf der Welt lodern erneut großflächig Waldbrände, die nicht oder nicht ausreichend bekämpft werden. Zum Beispiel in Brasilien und Russland.

Gefahr für Mensch und Umwelt

Das geplante Handelsabkommen zwischen der EU und den vier südamerikanischen Mercosur-Staaten hat schädliche Folgen, wie eine Studie zeigt.

Hilfe im Anflug

„Eine Pandemie erfordert Solidarität und Mitgefühl. Wir sitzen alle im selben Boot, unser Hilfsprojekt ist ein Zeichen der Hoffnung." Carol Marçal von Greenpeace Brasilien.