Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Finnland: Rentierkunstwerk gegen Abholzung

Ein Rentier auf dem Eis: 50 mal 50 Meter groß. Dazu die Botschaft: Genug auf Englisch und Samisch. Greenpeace-Aktivisten haben am Wochenende gemeinsam mit Sami, den Ureinwohnern Finnlands, dieses Kunstwerk geschaffen, mitten auf dem zugefrorenen Fluss Juutua, vier Kilometer außerhalb von Inari. Anlass ist die Abholzung der Rentierwälder durch den finnischen Staatsforstbetrieb Metsähallitus.

Insgesamt vier Tage hat es gedauert, bis das Kunstwerk aus Holzkohle fertig war. Die Stelle auf dem Fluss musste abgesteckt, die ursprüngliche Zeichnung in ein Raster eingeteilt werden. Auch im Schnee wurde ein Raster abgesteckt, etwa 200 Mal größer als das auf dem Papier. Und dann ging es los. Das Rentier nahm Kontur an.

Mit diesem Kunstwerk wollen wir zusammen mit den Sami auf die Urwaldzerstörung aufmerksam machen, erklärt Matti Liimatainen, Waldexperte von Greenpeace Finnland. Die Wälder sind von Abholzung durch die Papierindustrie stark gefährdet. Und damit auch die traditionelle Lebensweise der Sami.

Die Rentierhalterin Inka Saara Arttijeff fügt hinzu: Wir jungen Sami sind beunruhigt über die Wald-Einschläge, und wir wollen gemeinsam mit Greenpeace gegen die Waldzerstörung vorgehen. Die Rentierhaltung ist ein wichtiger Teil unserer Kultur und wichtig für unsere Identität. Wir kämpfen für unsere Rechte. Rentierhaltung ist nicht nur ein Beruf, sie ist ein wichtiger Teil unseres Lebens.

Auch der 21-jährige Keijo Pirttijärvi von der Muotkatunturi-Kooperative ist besorgt: Wenn der Wald abgeholzt wird, müssen wir die Anzahl der Rentiere reduzieren. Auf diese Weise gehen unsere Jobs verloren.

Das Rentier-Kunstwerk im Schnee ist vergänglich. Wenn das Tauwetter einsetzt, wird es verschwinden. Damit die Urwälder in Lappland und die Kultur der Sami nicht das gleiche Schicksal ereilt, gibt es die Urwaldschutzstation, die Greenpeace Anfang März in Nordfinnland errichtet hat. (us)

Mehr Informationen und Bilder rund um die Urwaldschutzstation finden Sie in unserem Weblog

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.

Der Wald bleibt – vorerst

RWE darf im Hambacher Wald nicht roden, entschied das Oberverwaltungsgericht Münster in einem Eilbeschluss. Bis zur endgültigen Entscheidung könnte es Jahre dauern.

Gradwanderungen

Die Erderhitzung lässt sich bei 1,5 Grad stoppen, doch auch das wird die Welt verändern, so der Weltklimarat. Über dessen neuen Bericht spricht Greenpeace-Experte Christoph Thies.