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Finnland: Abholzung teilweise gestoppt

In der Urwaldschutzstation, die Greenpeace-Aktivisten Anfang März im Norden Finnlands eingerichtet haben, gibt es Hoffnung: Das finnische Forstamt hat nun die Abholzung in den von Greenpeace markierten Wäldern gestoppt. Mehrere Tage hatten die Markierungsteams bei arktischen Temperaturen in den Wäldern von Nellim verbracht.

Kein Einschlag - wichtiger Rentierwald. Mit diesen Schildern in finnischer und englischer Sprache wurden zusammen mit den Sami, den Ureinwohnern Finnlands, bedrohte Urwälder markiert. Die Sami sind auf die Urwälder angewiesen, denn sie sind wichtige Futterquellen für ihre Rentierherden.

Abholzung in fünf Gebieten gestoppt

Für fünf Gebiete in Nellim hat Metsähallitus zugesagt, nicht weiter abzuholzen. In den nächsten Tagen wird Greenpeace prüfen, ob das finnische Forstamt sich an sein Versprechen hält und den Einschlag nicht wieder aufnimmt.

Die anderen 68 Gebiete, für die wir ebenfalls einen Einschlagstopp fordern, sind im Schreiben von Metsähallitus erst einmal nicht erwähnt. Das Ziel von Greenpeace bleibt es aber, einen Stopp der Abholzung für alle 73 erfassten Wälder in Nordfinnland zu erreichen.

Die Aussetzung des Einschlages in Nellim macht Hoffnung, endlich eine langfristige Lösung für die Wälder Nordfinnlands zu erreichen. Jetzt muss der Einschlag in allen kritischen Wäldern so lange ausgesetzt werden, bis in fairen Verhandlungen eine Einigung über die zukünftige Nutzung wie zusätzlichen Schutz der Wälder erzielt wurde, sagt Oliver Salge, Greenpeace-Waldexperte vor Ort in Inari. 

Briefwechsel mit Stora Enso

Greenpeace hat am Dienstag ein Schreiben von Stora Enso Deutschland bekommen. Das finnische Unternehmen ist einer der größten Papierhersteller der Welt und kauft den Großteil des Holzes aus den schützenswerten Wäldern.

In diesem Brief nimmt das Unternehmen Stellung zu den Recherchen von Greenpeace und den Aktivitäten rund um die Urwaldschutzstation in Finnland. Stora Enso kauft kein Holz aus Urwäldern, wird zum Beispiel in dem Schreiben behauptet. Diese Aussage ist jedoch falsch.

Greenpeace-Recherchen belegen, dass Stora Enso auch in diesem Winter Holz aus Urwaldgebieten und Wäldern mit hohem Schutzwert bezogen hat. So wurde beispielsweise Holz aus dem Kessi-Urwald und dem Paadarskaidi-Gebiet zum Stora Enso Zellstoffwerk in Kemijärvi geliefert. Der Zellstoff aus Kemijärvi wird sowohl in Finnland als auch in Deutschland von Stora Enso zur Papierherstellung eingesetzt.

Zu den Behauptungen von Stora Enso hat Greenpeace ausführlich Stellung bezogen. Die Stellungnahme finden Sie in unserem täglich aktualisierten Weblog. Dort finden Sie auch viele weitere Berichte und Fotos aus der Urwaldschutzstation von Greenpeace.

Was Sie zum Erhalt der Urwälder tun können:

Die letzten Urwälder Finnlands werden abgeholzt, um sie zu Papier zu verarbeiten. Schicken Sie eine E-Card an Freunde und Bekannte - helfen Sie, den Urwald zu retten!

Schreiben Sie an den finnischen Außenminister Erkki Tuomioja  und bitten Sie die Regierung, dafür zu sorgen, dass der Wald stehen bleibt.(us)

Es gibt auch ein Spiel rund ums Thema: Eco Quest 3 - Die Rentierzüchter. Viel Spaß und Erfolg beim Schutz der finnischen Urwälder!

 

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