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Finnischer Urwald kurz vorm Kahlschlag

Jederzeit kann das staatliche Forstwirtschaftsunternehmen Metsahallitus mit dem Abholzen eines der letzten unberührten Urwaldgebiete in Finnland beginnen. Auf diese Gefahr weist Greenpeace in Kooperation mit den Organisationen BirdLife Finland, Finnish Nature League und Finnish Association for Nature Conservation hin. Die Einschlagspläne würden das Malahvia-Waldgebiet im Nordosten Finnlands zerstückeln. Dadurch wäre einer der Hot-Spots für die Artenvielfalt in nördlichen Klimazonen und in ganz Skandinavien gefährdet.

Auch Anwohner sind alamiert. Sie haben sich an das finnische Ministerium für Landwirtschaft und Forsten sowie Metsahallitus gewandt. Sie fordern, dass das Waldgebiet aus den Abholzungsplänen herausgenommen wird. Das Malahvia umfasst 4.000 Hektar, in denen man naturbelassene Sümpfe, Wasserläufe, Seen und Teiche findet. Dort leben seltene und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten, die auf einen Urwald angewiesen sind. Besonders für die Vogelwelt stellt es ein nicht zu ersetzendes Rückzugsgebiet dar.

Die Vernichtung der letzten Urwälder Finnlands ist eine wirkliche Schande, sagt Oliver Salge, Greenpeace Waldexperte. Finnland als eines der reichsten Länder der Europäischen Union sollte in der Lage sein, für den Erhalt der Artenvielfalt zu sorgen. Stattdessen wird der Urwald weiterhin vernichtet und Tieren wie dem Dreizehenspecht der Lebensraum genommen. Verantwortlich für die Zerstörung der letzten finnischen Urwälder sind neben dem finnischen Staat auch Papierfirmen wie Stora Enso oder UPM, aber auch die Papierkunden in Deutschland. So zählen beispielsweise die großen Verlagshäuser zu den größten Kunden finnischer Papierprodukte.

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