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Europas Wald ist gestresst

Laut dem Europäischen Waldzustandbericht 2002 hat sich der Gesundheitszustand des europäischen Waldes wieder verschlechtert. In dem UNO-Bericht, der Ende August in Genf veröffentlicht wurde, heißt es, dass knapp ein Viertel der untersuchten Baumkronen geschädigt sind. Nach Ansicht der Wissenschaftler gelten natürliche Stressfaktoren wie Wetterextreme und Schädlinge sowie Luftverschmutzung als Hauptursache.

Grundlage des Berichtes sind Untersuchungen auf rund 7000 Waldflächen in Europa. Erstmals wurden für über 200 Intensivuntersuchungsflächen auch Grenzwerte für Stickstoff- und Säureeinträge errechnet. Stickstoffoxide tragen zu sauren Böden bei, die wiederum zu einer geringeren Artenvielfalt führen. Die Ökosystemforscher gehen davon aus, dass die Vielfalt der Pflanzenarten auf 58 Prozent der Untersuchungsflächen gefährdet ist.

Der Leiter des UNO-Waldüberwachungsprogramms, Thomas Hausmann, erklärte, dass alle Baumarten betroffen seien, nicht aber alle europäischen Regionen: Etwas verbessert hat sich die Lage in Südpolen und Südwestfrankreich, während in Südosteuropa und im Mittelmeerraum eine Verschlechterung festgestellt wurde. Hausmann hält die Minderung der Luftverschmutzung für eine der wichigsten Voraussetzungen für eine Erholung der Waldbestände. Obwohl die Schwefelemissionen in den letzten Jahren bis zu 90 Prozent gesenkt wurden, bleibt Schwefel im Grundwasser ein andauerndes Problem. Die Stickstoffwerte blieben gleichbleibend hoch.

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