Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

EU-Handlungspaket für den Urwald reicht nicht aus

Die EU-Kommission hat am Freitag ihr Handlungspaket für den Erhalt der letzten Urwälder und Wälder vorgestellt. Es umfasst den Vorschlag zur Einrichtung eines Urwaldschutz-Fonds und einen Gesetzesvorschlag zur Eindämmung des Handels mit illegalem Holz. Doch das Handlungspaket reicht bei weitem nicht aus.

  • /

Bereits am vergangenen Mittwoch wurde das Paket vom Kabinett beschlossen. Im Dezember wollen die EU-Minister über die Vorlage entscheiden. Das Maßnahmenpaket der Europäischen Kommission greift viel zu kurz. Wer Urwald- und damit Klimaschutz ernst nimmt, muss auch konkrete Maßnahmen vorschlagen, sagt Martin Kaiser, Waldexperte bei Greenpeace.

Der Urwaldschutz-Fonds soll zwar insgesamt 20 Milliarden Euro enthalten, doch bleibe es völlig offen, wie viel Europa in einen globalen Urwald-Fonds einzahlen wird. Zusätzlich müssten die Richtlinien zum Handel mit Holz und Agrarprodukten deutlich verschärft werden. Kaiser bemängelt weiter, dass es für Verbraucher auch weiterhin keine Garantie dafür gebe, legal geschlagenes Holz zu erhalten.

Er fordert: Bundeskanzlerin Merkel und Minister Gabriel müssen jetzt in Brüssel dafür sorgen, dass Europa genügend Gelder für Klimaschutz und damit für den Urwaldschutz bereit stellt. Nur wenn auch Geld in den Urwaldschutz-Fonds fließt, kann verhindert werden, dass die letzten Urwälder zur Handelsware werden und damit langfristig verschwinden.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.

Der Wald bleibt – vorerst

RWE darf im Hambacher Wald nicht roden, entschied das Oberverwaltungsgericht Münster in einem Eilbeschluss. Bis zur endgültigen Entscheidung könnte es Jahre dauern.

Gradwanderungen

Die Erderhitzung lässt sich bei 1,5 Grad stoppen, doch auch das wird die Welt verändern, so der Weltklimarat. Über dessen neuen Bericht spricht Greenpeace-Experte Christoph Thies.