Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Erste Schutzzone für den Amazonaswald

Am Freitag hat die Regierung des nordbrasilianischen Bundesstaates Amazonas angekündigt, ein Netz von neun Waldgebieten zu Schutzzonen erklären. Insgesamt werden damit mehr als drei Millionen Hektar Natur geschützt - das entspricht ungefähr der Größe Belgiens. Die Schutzgebiete dienen laut Regierung dazu, die Urwaldzerstörung zu stoppen. Vor allem der aggressiv fortschreitenden Besiedelung aus dem südlich angrenzenden Bundesstaat Mato Grosso soll dadurch ein Riegel vorgeschoben werden.

Greenpeace begrüßt die Entscheidung der Amazonas-Staatsregierung und freut sich mit den Menschen vor Ort, die in und mit der nun geschützten Natur leben. Waldexperte Paulo Adario sieht jetzt die anderen Bundesstaaten in der Pflicht: Wir hoffen natürlich, dass Bundesstaaten wie Para und Mato Grosso dem Beispiel Amazonas' folgen werden.

Besonders erfreulich ist, dass der Sucunduri-Staatspark geschaffen wird. Er umfasst rund ein Drittel der gesamten Schutzgebietsfläche. Dieses noch völlig intakte, aber kaum bekannte Waldgebiet zeichnet sich durch einzigartige geologische Beschaffenheit aus und eine kaum zu übertreffende Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt. Greenpeace wird die Einrichtung der Schutzgebiete unterstützen und setzt sich dafür ein, dort nur noch nachhaltige Holzwirtschaft nach den Standards des Forest Stewardship Council (FSC) zu betreiben. (mir)

 

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Kontrolle ist besser

Palmöl des Konzerns Wilmar steckt in etlichen Süßigkeiten. In Zukunft will das Unternehmen garantieren können, dass seine Ware nicht aus Regenwaldzerstörung stammt – dank Technik.

Der Weihnachtsmüffel

Oh Tannenbaum, wie stinken deine Blätter: Gewächse aus gängiger Massenbaumhaltung duften meist wenig weihnachtlich. Unsere Autorin lernte, wie Weihnachtszeit mit Tannenaroma geht.

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.