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Erneut schwerer Erdöl-Unfall in Ecuador

Im ecuadorianischen Amazonasgebiet hat ein Erdrutsch am 6. Mai zu einem erneuten Ölpipeline-Bruch geführt. Rund 900.000 Liter Rohöl flossen aus und verseuchten unter anderem den Fluss El Salado. Es ist der zweite schwere Ölunfall innerhalb von vier Wochen. Wegen der starken Regenfälle und des schwierigen Terrains war es Medienberichten zufolge zunächst nicht möglich, die weitere Ausbreitung des Öls zu verhindern.

Der Unfall ereignete sich rund 94 Kilometer von Lago Agrio entfernt im Kerngebiet der ecuadorianischen Ölindustrie. Beim letzten Ausbruch des Reventador-Vulkans im November 2002 hatten sich große Mengen losen Gesteins oberhalb der SOTE-Pipeline der staatlichen Firma Petroecuador angesammelt. Die heftigen Regenfälle der letzten Zeit haben dieses Geröll ins Rutschen gebracht und 20 Meter Pipeline zerstört.

Die Umwelt Ecuadors ist durch die Erdölindustrie schwer bedroht. Über dreißig Jahre Ölförderung und -transport haben ihre Spuren hinterlassen. In Lago Agrio läuft derzeit ein großes Verfahren gegen die Petroecuador-Vorgängerin ChevronTexaco wegen Umweltverschmutzung in den Jahren 1971 bis 1992. Über 68 Milliarden Liter ölverseuchten Wassers sollen in diesem Zeitraum in Flüsse und Sümpfe geleitet worden sein und Trinkwasserquellen vergiftet haben.

Ölunfälle sind in Ecuador an der Tagesordnung. Die SOTE-Pipeline, derzeit noch die einzige des Landes, ist erst vor vier Wochen beschädigt worden. In einem Naturschutzgebiet liefen über 1,5 Millionen Liter Rohöl aus und verseuchten ein Trinkwasserreservoir der Hauptstadt Quito. Der Schaden entstand vermutlich durch Bauarbeiten an der neuen OCP-Pipeline, deren Trasse quer durch Naturschutzgebiete und erdbebengefährdete Regionen führen wird. Finanziert wird das heftig umstrittene OCP-Projekt unter anderem durch einen Großkredit der Westdeutschen Landesbank (WestLB).

Vom letzten Pipeline-Unglück im April und seinen Folgen erzählt Greenpeace-Waldexpertin Sandra Pfotenhauer:

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