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Ein weiteres Jahr kein Holz aus Liberia

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) in New York hat am Dienstagabend die 2003 gegen Liberia verhängten Sanktionen verlängert. Für ein weiteres Jahr ist dem westafrikanischen Land der Holzexport verboten.

Eine Expertenkommission hatte dem Sicherheitsrat vor der einstimmig angenommenen Resolution über Versäumnisse und Unzulänglichkeiten beim Management der größten Naturschätze Liberias berichtet. Die Kommission äußerte die Befürchtung, bei einem Aufheben der Sanktionen könnte durch die Einnahmen aus illegalen Verkäufen der natürlichen Ressourcen der Bürgerkrieg in dem Land wieder aufflammen.

Liberia wird gegenwärtig von einer Übergangsregierung geführt. Sie übernahm die Staatsgeschäfte, nachdem der frühere Präsident Charles Taylor im August 2003 geflohen war. Bis dahin hatte ein 14 Jahre dauernder Bürgerkrieg das Land zerrüttet. Der Staat mit einer Bevölkerung von 3,2 Millionen Menschen hat nun die Aufforderung der UN erhalten, seine Staatsfinanzen wieder in Ordnung zu bringen. Die UN wird am 22. Juni 2005 die Fortschritte begutachten und über eine Fortsetzung der Sanktionen beraten.

Die jetzt vom UN-Sicherheitsrat verlängerten Sanktionen gegen Liberia sind der geeignete Weg, um die illegale Abholzung zur Finanzierung von Bürgerkriegen zu unterbinden, sagt Martin Kaiser, Waldexperte bei Greenpeace. Leider handelt es sich dabei um den bisher einzigen Fall, wo rechtlich gegen die illegale und destruktive Abholzung von Urwäldern von der Staatengemeinschaft vorgegangen wird. Ergänzend fordert Greenpeace von der EU, den Import von Holz aus Urwaldzerstörung rechtlich zu verbieten. Dazu wurde dem EU-Umweltministerrat am vergangenen Montag ein Gesetzesvorschlag überreicht. (mir)

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