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Der Weg allen Toilettenpapiers ...

In über 160 Städten in den USA und in Kanada haben sich am Donnerstag (Ortszeit) Umweltschützer am Internationalen Aktionstag zur Rettung der borealen Wälder beteiligt. Als boreal werden die Waldgebiete bezeichnet, die in den kälteren Zonen der nördlichen Erdhälfte liegen. Der Protest richtete sich vor allem gegen das Unternehmen Kimberley-Clark, bekannt durch die Marke Kleenex. Der weltgrößte Produzent von Papiertüchern und Toilettenpapier zerstört die Urwälder Nordamerikas für seine Wegwerfprodukte.

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In Toronto und in San Francisco veranschaulichten Greenpeacer ihr Anliegen: Sie stellten 25 weiße Klosettschüsseln mit weißen Spülkästen auf ein Rasenstück. Aus jedem Klosett ragte gerade noch der Wipfel eines Tannenbaums. Auf einem Transparent stand: Kimberley-Clark - Urwälder landen im Klo. In Knoxville wickelten Aktivisten die Geschäftszentrale von Kimberley-Clark mit gelb-schwarzem Forest-Crime-Scene-Absperrband ein und projizierten mit einem Diagerät Bilder vom Kahlschlag auf die Gebäudewand.

Kimberley-Clark sorgt dafür, dass einer der größten Urwälder einfach die Toilette runtergespült wird, sagt Pam Wellner, Waldexpertin bei Greenpeace USA. Die borealen Wälder Nordamerikas sind unentbehrlich für bedrohte Arten wie Wald-Karibus und helfen im Kampf gegen den Klimawandel. Sie abzuholzen für Wegwerfprodukte, obwohl es umweltverträglichere Lösungen gibt, ist ein Verbrechen.

Kimberley-Clark verwendet in seinen Markenprodukten wie Kleenex kein Recyclingpapier. Stattdessen werden jedes Jahr drei Millionen Tonnen Zellstoff verarbeitet, der frisch aus borealen Urwaldbäumen gewonnen wurde. Das entspricht dem Gewicht von 17.000 Jumbo-Jets.

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