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Da hilft nur noch Hubschraubereinsatz

Mit einer spektakulären Aktion in bester James-Bond-Manier haben Greenpeace-Aktivisten in Argentinien am Wochenende die Urwaldzerstörung in der nördlichen Provinz Chaco gestoppt. Sie seilten sich von einem Hubschrauber unmittelbar vor den Kettenfahrzeugen mit ihren Protestbannern ab.

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Gleichzeitig tauchten die Greenpeace-Jaguare - Aktivistinnen und Aktivisten auf Motorrädern im Jaguardesign - aus dem Busch auf, um die Bulldozer einzukreisen. Die Rodungen konnten vorläufig zum Stillstand gebracht werden.

Wir machen, was eigentlich die Bundes- und Provinzregierungen tun sollten: die illegalen Urwaldrodungen stoppen, sagt Hernán Giardini, Waldexperte von Greenpeace Argentinien. Tag für Tag fressen sich die Bulldozer tiefer in die Wälder und sie sorgen nicht nur für schwere Umweltschäden, sondern auch für soziale Probleme, weil darunter auch die lokale Bevölkerung leidet.

Argentinien steigert von Jahr zu Jahr seine Soja-Exporte auf Kosten der Urwälder des Landes. Mehr als 10.000 Hektar wurden allein in dieser Region bereits entwaldet. Inzwischen ist Argentinien nach den USA und Brasilien drittgrößter Produzent weltweit. Ein Großteil der zumeist genmanipulierten Soja geht nach Europa und hier ins Tierfutter.

Die betroffenen Wälder sind eine letzte Heimstätte für viele bedrohte Arten, insbesondere für den seltenen Jaguar. Ähnliche Greenpeace-Aktionen im letzten Jahr waren bereits erfolgreich und führten zum Schutz eines 22.000 Hektar großen Gebietes, des Pizzaro Nationalparks. Von der Urwaldzerstörung profitieren hauptsächlich vier argentinische Sojabarone, wie Greenpeace im Oktober aufdecken konnte.

Die Aktion von Greenpeace wurde unterstützt von der lokalen Bevölkerung. Leider können wir nicht alle Bulldozer aufhalten, bedauert Giardini. Dazu wäre ein neues Gesetz nötig, dass die Entwaldungen zumindest so lange untersagt, bis Landnutzungspläne aufgestellt sind, die genügend Schutzgebiete ausweisen.

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