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Citigroup mischt sich ins Holzgeschäft ein

Das malaysische Holzunternehmen Rimbunan Hijau (RH) muss seine Politik gegenüber Umwelt und Angestellten verbessern. Das ist seit Jahren eine Forderung von Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten und seit letzter Woche auch die einer der größten Banken der Welt. Die amerikanische Citigroup hat gemeinsam mit dem Rainforest Action Network neue Prinzipien für die Vergabe von Krediten und für die weitere Zusammenarbeit mit Rimbunan Hijau vorgestellt.

Dazu gehört, dass RH seine Forst-Operationen in Papua Neuguinea glaubwürdig und unabhängig zertifizieren lässt, wie nach den international anerkannten Kriterien des FSC.

Auch Greenpeace hatte RH scharf kritisiert. Korruption, Umweltzerstörung, illegaler Holzeinschlag und sogar Sklavenarbeit sind bislang bei RH gängige Praxis. Ein Greenpeace-Report aus dem Jahr 2004 fasst es so zusammen: Das Unternehmen steht für alles, was falsch ist an der Art und Weise, wie Wälder genutzt werden. Rimbunan Hijau ist der perfekte Test, an dem die internationale Gemeinschaft beweisen muss, dass sie in der Lage ist, den Raubbau und die Kriminalität in den Wäldern zu beenden.

Wir freuen uns, dass die Finanzwelt endlich das Thema der Umweltzerstörung durch Holzfirmen wahrnimmt, sagt Greenpeace-Waldexpertin Sandra Pfotenhauer. Die Wälder von Papua Neuguinea sind weit weg, aber die Nachrichten von Rimbunan Hijaus illegalen und zerstörerischen Aktivitäten scheinen bis zur Wallstreet durchgedrungen zu sein. Die Forderung der Citigroup nach einer unabhängigen Zertifizierung durch den Forest Stewardship Council (FSC) hilft dem Wald und den Menschen, die darin leben. Jetzt ist es wichtig, dass verbindliche Zielsetzungen und Zeithorizonte für den Zertifizierungsprozess festgelegt werden.

Die neuen Citigroup-Richtlinien sollen unter anderem dafür sorgen, dass die Finanzierung für den Raubbau in tropischen Wäldern eingestellt und stattdessen nachhaltige Forstwirtschaft gefördert wird. Die deutsche Regierung sollte sich in diesem Fall ein Beispiel an der Citigroup nehmen, sagt Pfotenhauer. Seit Jahren verspricht sie, das eigene Beschaffungswesen auf FSC-zertifizierte Hölzer umzustellen. Bislang sind diesen Worten leider keine Taten gefolgt. (hol)

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