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Greenpeace-Aktivisten protestieren an Münchener Staatskanzlei

Umfrage belegt: Bayern wollen mehr Waldschutz

Mit der Forderung "Schützt die alten Buchenwälder" protestieren Greenpeace-Aktivisten gegen die Waldpolitik von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Denn eine neue forsa-Umfrage ergibt: Die Menschen in Bayern wünschen sich mehr Waldschutz.

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Vier Kletterer haben an der bayerischen Staatskanzlei ein 19 mal fünf Meter großes Banner befestigt.

Anlass für den Protest ist das Ergebnis einer aktuellen forsa-Umfrage im Auftrag von Greenpeace. Von 1000 in Bayern befragten Personen meinen 69 Prozent, dass die Landesregierung den Anteil geschützter Waldflächen auf zehn Prozent erhöhen sollte. Auch knapp zwei Drittel (62 Prozent) der CSU-Wähler sprechen sich dafür aus.

Dies sieht auch die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesregierung vor. Bisher weigert sich Seehofer, diese umzusetzen. Seehofer macht im Wald Politik gegen die eigenen Wähler. Der Ministerpräsident soll seine Blockade aufgeben und den Einschlag stoppen, bis zehn Prozent der Wälder geschützt sind, fordert Martin Hofstetter, Sprecher von Greenpeace. Derzeit werden die öffentlichen Wälder intensiv bewirtschaftet. Die Gewinne fließen in die bayerischen Landeskassen.

CSU-Wähler wollen mehr Informationen über ihre Wälder

72 Prozent der CSU-Wähler sind der Meinung, dass die Landesregierung Karten mit Informationen über Alter und Zusammensetzung der öffentlichen Wälder in Bayern veröffentlichen sollte. Bislang können die Bürger diese Informationen nicht einsehen.

Greenpeace hat am 26. April beim Verwaltungsgericht in Regensburg Klage gegen den Vorstand der Bayerischen Staatsforsten (BaySF) eingereicht. Die BaySF bewirtschaften im Auftrag der bayerischen Landesregierung seit dem Jahr 2005 die öffentlichen Wälder. Ihr Vorstand weigert sich, Daten und Kartenmaterial wertvoller Buchenwälder herauszugeben. Ministerpräsident Horst Seehofer selbst hat sich ebenfalls gegen die Herausgabe von Daten ausgesprochen. Laut bayerischem Umweltinformationsgesetz müssen diese jedoch veröffentlicht werden. Seehofer muss die Bayerischen Staatsforsten anweisen, die Daten der öffentlichen Wälder für alle zugänglich zu machen, fordert Hofstetter.

Wer sich an dem Protest beteiligen will, kann dies über das Internet tun. Über Facebook und Twitter können Sie Ihre Fragen und Forderungen zu mehr Waldschutz direkt an den bayerischen Ministerpräsidenten richten.

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