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Protest in München gegen die Industrialisierung bayerischer Wälder

Greenpeace-Aktivisten fordern Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) auf, sich für den Schutz des Waldes einzusetzen. Sie protestieren an der Staatskanzlei in München mit einem elf mal elf Meter großen Banner, auf dem zu lesen ist: "Warum verheimlichen Sie Daten, Herr Seehofer?"

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Ministerpräsident Seehofer hält Daten über Zustand und Nutzung der bayerischen Wälder zurück. Der Greenpeace Abschlussbericht der zweiten Spessart-Kartierungsphase sowie die an die Staatskanzlei übergebenen Geo-Daten von 30.000 alten Bäumen zeigen eine zunehmende Industrialisierung der Wälder im Spessart. Seehofer muss die Zerstörung alter Buchen durch die Staatsforsten sofort stoppen und zehn Prozent der öffentlichen Wälder schützen, sagt Oliver Salge, Waldexperte von Greenpeace.

Greenpeace hatte bereits im November 2011 alte Buchenwald-Einzelbestandsdaten gemäß Umweltinformationsrecht bei den bayerischen Staatsforsten angefragt. Aufgrund der Weigerung Bayerns, die Daten herauszugeben, hat Greenpeace Klage eingereicht. Zudem haben Greenpeace Aktivisten im Frühjahr und Herbst begonnen, diese selber zu erheben. Auch an ein Bundesforschungsprojekt, welches im Rahmen der Nationalen Biodiversitätsstrategie (NBS) alle Wälder mit natürlicher Entwicklung erfasst, liefert Bayern keine Daten. Unter Mitwirkung vom damaligen Bundesminister Seehofer hat die Bundesregierung 2007 die NBS beschlossen, laut der zehn Prozent der öffentlichen Wälder geschützt und dauerhaft der Natur überlassen werden müssen.

Greenpeace Bericht zeigt mangelnde Verantwortlichkeit des BaySF Vorstandsvorsitzenden

Im Frühjahr sowie im Herbst dieses Jahres vermaßen Greenpeace Aktivisten im bayerischen Spessart über 30.000 alte Buchen und Eichen und erstellten detaillierte Karten über den Zustand der alten Buchenwälder. In dem heute veröffentlichten Abschlussbericht wird die weitere Industrialisierung des einmaligen Spessarts durch den BaySF Vorstandsvorsitzenden Dr. Rudolf Freidhager dokumentiert. Während in einem südlichen Teil des Spessarts uralte Buchenwälder durch Kahlschläge abgeholzt werden, um dort Eichen zu sähen, verkommen teure Eichenkulturen im nördlichen Spessart aufgrund nicht ernst genommener Pflege.

Die Verantwortung für das Vorgehen der bayerischen Staatsforsten (BaySF) liegt beim Vorstandsvorsitzenden. Dieser hat sich erst kürzlich gegen die Vorgabe der Landesregierung zum Umbau von Nadelforsten in Laubwälder gerichtet und gefordert, mehr Nadelwälder zuzulassen. Ministerpräsident Seehofer muss die bayerischen Wälder vor den Anweisungen des Vorstandsvorsitzenden der BaySF schützen, sagt Oliver Salge.

Greenpeace-Aktivisten hatten in den vergangenen Wochen gegen den Holzeinschlag in alten Buchenwäldern im bayrischen Spessart protestiert . Dabei wurde die Fällung von Biotop- und Höhlenbäumen von Fledermäusen und Schwarzspecht in einem europäischen Schutzgebiet aufgedeckt. Seit Kurzem können Bürger eine symbolische Patenschaft für die von Greenpeace kartierten alten Buchen übernehmen und sich mit ihrem Namen für den Schutz der alten Wälder Deutschlands engagieren: www.greenpeace.de/baumpate.

Ein Onlinemagazin zum Waldcamp im Spessart finden Sie hier.

Publikationen

Waldkartierung: Bayern 2013

Greenpeace reichte Karten ein, die die Verschlechterung des durch Europarecht geschützten Buchenwalds im bayerischen Spessart belegen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Stellungnahme zum Hessischen Waldgesetz

Greenpeace ist vor dem hessischen Landtag zur Novellierung des hessischen Landeswaldgesetzes gehört worden. Greenpeace kritisiert, dass die Landesregierung in Hessen ihrer besonderen Verantwortung für Umwelt und Erholung im Staatswald nicht gerecht wird.

Zur Kampagne

Stoppt die Säge!

Urtümliche Buchenwälder sind in Deutschland rar geworden. Umso wichtiger ist es, diese Naturparadiese zu bewahren.

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