Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Greenpeace fordert Daten zu öffentlichen Wäldern

Klage gegen Niedersächsische Landesforsten

Greenpeace forderte die Niedersächsischen Landesforsten im November auf, Angaben über den Zustand seiner alten Buchenwälder zu machen. Obwohl nach dem Umweltinformationsgesetz Anspruch darauf besteht, verweigert der Landesbetrieb die Auskunft. Dagegen reicht Greenpeace beim Verwaltungsgericht in Braunschweig Klage ein.

  • /

Entgegen der Aussage eines Sprechers der Landesforsten hat Greenpeace keine wesentlichen Daten wie die Standorte der Buchen erhalten. Insbesondere Informationen über die genaue Lage der über 140 Jahre alten Buchen verweigert der Betrieb.

Zugestellt haben die Landesforsten lediglich Informationen zu FFH-Gebieten. Demokratie- und Rechtsverständnis scheinen den niedersächsischen Landesforsten bei Umweltdaten zu fehlen, sagt Greenpeace-Waldexperte Martin Kaiser. Der Wald ist nicht Privateigentum der Niedersächsischen Landesforsten, sondern der Wald aller niedersächsischen Bürger.

Ein Viertel der Landesfläche Niedersachsens besteht aus Wald. 29 Prozent davon sind Landeswald. Das entspricht einer Fläche von 340.000 Hektar.

Ähnliche Anfragen stellte Greenpeace an insgesamt sieben Forstbetriebe. Nach einem Gutachten [s.u. Rotbuchenwälder im Verbund schützen] tragen diese eine große Verantwortung für ein Verbundkonzept alter Buchenwälder. Die Landesforsten von Rheinland-Pfalz haben bereits ausführlich Auskunft gegeben, auch Thüringen hat erste Informationen geliefert.

Auch andere Länder halten Daten zurück

Ganz anders stellt es sich in Bayern, Sachsen-Anhalt und Hessen dar: Auch in diesen Ländern geben die Forstbetriebe keine Auskunft. Gegen die Forstbetriebe in Bayern und Hessen hat Greenpeace bereits Klage eingereicht. Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) bestreiten sogar, im Besitz von Karten zu sein, die das Alter und die Zusammensetzung der Waldbestände erkennen lassen - damit würde dem Forstbetrieb jegliche Arbeitsgrundlage fehlen.

Greenpeace beobachtet, dass seit Jahren immer mehr Holz in alten Buchenwäldern eingeschlagen wird. Offenbar bestimmt die Profitgier der Niedersächsischen Landesforsten nicht nur die Abholzung alter Buchenwälder, sondern auch den Umgang mit dem niedersächsischen Umweltinformationsgesetz, sagt Kaiser.

Die Niedersächsischen Landesforsten wollen einen Teil der von Greenpeace angefragten Daten nur gegen eine unangemessen hohe Gebühr herausgeben. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Bürgerwälder privatwirtschaftlich organisiert. Das Ziel: Sie sollen größere Gewinne für die Landeshaushaltskassen abwerfen.

Die vollständige Korrespondenz mit den Niedersächsischen Landesforsten finden Sie unterhalb des Artikels unter dem Punkt Publikationen zum Thema.

Publikationen

Rotbuchenwälder im Verbund schützen

Schutz der Buchenwälder: Greenpeace und andere Umwelt- und Naturschutzverbände fordern mindestens zehn Prozent der Waldfläche Deutschlands dauerhaft aus der Nutzung zu nehmen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Stellungnahme zum Hessischen Waldgesetz

Greenpeace ist vor dem hessischen Landtag zur Novellierung des hessischen Landeswaldgesetzes gehört worden. Greenpeace kritisiert, dass die Landesregierung in Hessen ihrer besonderen Verantwortung für Umwelt und Erholung im Staatswald nicht gerecht wird.

Zur Kampagne

Stoppt die Säge!

Urtümliche Buchenwälder sind in Deutschland rar geworden. Umso wichtiger ist es, diese Naturparadiese zu bewahren.

Alle Artikel zu dieser Kampagne

Mehr zum Thema

Defizit im deutschen Wald

Inventur für Deutschlands Wälder: Zum dritten Mal nahm sich die Bundesregierung die Forstflächen vor. Das Ergebnis: mehr Bäume – aber weiterhin große Defizite

Naturschatz Spessart weiter in Gefahr

Drei Monate lang beobachteten insgesamt 49 ehrenamtliche Aktivisten täglich die Vorgänge in den Wäldern der BaySF-Forstbetriebe. Das Ergebnis: Die Holzeinschläge in alten Buchenwäldern...