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Bayern hält Forstkarten geheim

Die bayerische Landesregierung bestreitet die Existenz von Daten über die Waldnutzung in ihren Wäldern. Doch Greenpeace sind Forstkarten zugespielt worden, die das Gegenteil belegen. Die Karten stammen aus den Jahren 1991 und 1992 und zeigen detailliert das Alter und die Lage der Wälder in einigen Forstrevieren des Spessarts.

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Die Forstkarten beweisen, dass der Vorstand der bayerischen Staatsforsten (BaySF) alte Buchenwälder vernichten will und so gegen das eigene Naturschutzkonzept verstößt, sagt Martin Kaiser, Wald- und Klimaexperte bei Greenpeace. Seit Anfang 2012 fordern wir die Herausgabe der nach dem Umweltinformationsgesetz angefragten Daten.

Auf Druck von Greenpeace hatten die BaySF im Juni 2012 einen Einschlagstopp für alte Buchenwälder verhängt, die über 180 Jahre alt sind. Doch in der vergangenen Woche hatten Greenpeacer aufgedeckt, dass die BaySF aber genau solche Wälder abholzen wollen.

Mit der Veröffentlichung beendet Greenpeace das zweite Waldcamp im bayerischen Spessart. Während der vergangenen drei Wochen haben 53 Greenpeace-Aktivisten 13.353 Bäume über 50 Zentimeter Durchmesser vermessen und mit GPS-Geräten genau lokalisiert. Zuätzlich kontrollierten und analysierten die Aktivisten anhand von Luftbildern ausgewählte Waldbestände vor Ort. So entstehen detaillierte Karten über den Zustand des Waldes in den bayerischen Forstbetrieben von Rothenbuch und Heigenbrücken, die in den kommenden Wochen veröffentlicht werden sollen.

Luftaufnahmen zeigen Seltenheit alter Buchenwälder aus den bayerischen Wäldern

Luftaufnahmen zeigen, dass die von den Aktivisten angeprangerten Missstände im bayerischen Wald bereits sichtbar werden. Alte Buchenwälder im nördlichen Spessart werden immer seltener. Zwar sind nach Zusage des BaySF-Vorstands im Juni in solchen uralten Buchenbeständen Säge- und Pflegemaßnahmen verboten. Trotzdem haben Greenpeace-Aktivisten in den vergangenen Tagen alte Buchenwälder dokumentiert, die zum Abholzen markiert wurden.

Beispielsweise haben die Aktivisten einen für diesen Winter geplanten Einschlag in einem Wald in der Nähe von Rothenbuch aufgedeckt, der nach Greenpeace-Messung auf über 180 Jahre geschätzt wird. Aus einem Abgleich mit den Greenpeace zugespielten Forstkarten geht hervor, dass der Bestand heute 183 Jahre alt sein muss.

Bereits in diesem Winter werden weitere alte Buchenwälder für immer aus der Region verschwinden, wenn der Vorstandvorsitzende der BaySF nicht zurückgepfiffen wird, warnt Kaiser. Horst Seehofer (CSU) ist in der Pflicht, die alten Buchenwälder für seine Bürger zu retten.

Bereits im vergangenen Winter hatten Greenpeace-Aktivisten begonnen, die bayerischen Wälder systematisch zu kartografieren und Einschläge zu dokumentieren. Seit Kurzem können Bürger eine symbolische Patenschaft für die von Greenpeace kartierten Buchen übernehmen. Weitere in Infos dazu gibt es auf www.greenpeace.de/baumpate.

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