Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Brasilien stimmt gegen den Regenwald

Brasilien ist dabei, ein Sechstel seines Regenwaldes zur Abholzung freizugeben. Am 6.7.2010 stimmten Kongressabgeordnete in einem Unterausschuss für eine Änderung des brasilianischen Waldgesetzes, des Código Florestal. Das galt bislang als ein fortschrittliches Gesetz zum Schutz des Regenwaldes. Nun sind 85 Millionen Hektar von der Abholzung bedroht, was einer Fläche von England und Frankreich zusammen entspricht. Das bedeutet auch, dass rund 30 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre freigesetzt werden.

  • /

Stimmberechtigt waren auf der gestrigen Ausschusssitzung 18 Kongressabgeordnete. Anwesend waren aber auch Vertreter der Agrarlobby und es saßen Greenpeace-Aktivisten im Publikum. Einige Aktivisten entrollten während der Sitzung ein Banner, bevor sie von den Sicherheitskräften aus dem Saal verwiesen wurden. Ihre Botschaft war deutlich: Wählt nicht für die, die den Wald zerstören. Doch leider stimmten 13 Abgeordnete für die Reform des Waldgesetzes und nur fünf dagegen.

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, sagt Andrea Cederquist. Das Gesetz muss nun im Kongress verhandelt werden. Das Thema ist derzeit politisch besonders brisant, weil im Oktober in Brasilien Präsidentschaftswahlen stattfinden.

Die Gesetzesreform, befürchtet Cederquist, würde Brasiliens auf dem Klimagipfel in Kopenhagen gemachte Zusagen zunichte machen. Lula hatte zugesagt, die CO2-Emissionen seines Landes bis 2020 um 38,9 Prozent - und damit 21 Milliarden Tonnen - zu reduzieren.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.

Der Wald bleibt – vorerst

RWE darf im Hambacher Wald nicht roden, entschied das Oberverwaltungsgericht Münster in einem Eilbeschluss. Bis zur endgültigen Entscheidung könnte es Jahre dauern.

Gradwanderungen

Die Erderhitzung lässt sich bei 1,5 Grad stoppen, doch auch das wird die Welt verändern, so der Weltklimarat. Über dessen neuen Bericht spricht Greenpeace-Experte Christoph Thies.