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Brasilien schützt 6,5 Millionen Hektar Regenwald

Erneut trägt unser jahrelanger Einsatz für den Schutz der Urwälder Erfolg: Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat am Montag ein Gesetz erlassen, das 6,48 Millionen Hektar des Amazonas-Regenwald unter Schutz stellt. Das entspricht der doppelten Fläche Belgiens.

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1,6 Millionen Hektar werden dauerhaft geschützt. Hier darf weder abgeholzt noch gerodet werden. Auf weiteren 2,8 Millionen Hektar soll die Waldnutzung zwar erlaubt sein, aber nur mit ökologischen und sozialen Auflagen. Für zwei Millionen Hektar sollen klare Nutzungsvorgaben zum langfristigen Erhalt des Waldes beitragen.

Der Schutz des Waldes hat nicht nur den Schutz von Pflanzen und Tieren zur Folge. Mit großer Freude haben viele Einwohner des Bundesstaates Para von der Nachricht erfahren. Noch am Wochenende hatten sie der Ermordung der Nonne Dorothy Stang am 12.02.2005 gedachten. Dieser 74-jährige Quergeist fiel einem Mordanschlag zum Opfer - kein Einzelfall. Mächtige Holz- und Agrarfirmen schrecken vor Mord und Vertreibung nicht zurück, wenn Quergeister ihre finsteren Pläne durchkreuzen.

Straßenausbau gefährdet den Urwald

Das von nun an geschützte Gebiet befindet sich auf der westlichen Seite der BR163. Während diese Handelsstrasse Wenigen immer größeren Reichtum beschert, hat sie desaströse Auswirkungen auf den einzigartigen Amazonas-Regenwald. Nun gibt es Pläne, die BR163 auf ihren gesamten Länge auszubauen. Immer größere Soja-Felder und Rinderweiden auf ehemaligem Waldgebiet wären die Folge.

Urwälder haben maßgeblichen Einfluss auf das Weltklima, trotzdem sind heute nur noch 20 Prozent der einst existierenden Urwälder intakt. Der Amazonas-Urwald braucht eine richtige 'Green Wall', einen Wall aus Wald-Schutzgebieten, um langfristig erhalten zu bleiben sagt Martin Kaiser, Waldexperte bei Greenpeace.

Greenpeace hat jahrelang auf eine bessere Umsetzung der Pläne gegen die Abholzung des Amazonas-Regenwald gedrängt. Dass nun rund 6,5 Millionen Hektar geschützt werden, ist ein notwendiger Anfang. Allein in den letzten Jahren wurden mehr als 6,9 Millionen Hektar Amazonas-Regenwald zerstört.

Neben den Holzfällern sind es immer mehr Agrarfirmen, die in den Amazonas-Urwald eindringen und ihn abbrennen. Dort bauen sie vor allem Soja an, das wir in Europa an Schweine verfüttern, damit wir mehr Fleisch essen können. Wir essen Amazonien auf. Das muss der Grüne Schutzwall verhindern.

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