Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Brasilien: Abkommen soll illegale Abholzung stoppen

Vertreter des brasilianischen Umweltministeriums und der lokalen Holzindustrie haben am Freitag in Belem, im Bundesstast Parà, Brasilien ein Abkommen zum Regenwaldschutz unterzeichnet. Der Vertrag verbietet zukünftig den Handel mit illegal gerodetem Holz.

  • /

Der Regenwald am Amazonas ist der größte noch intakte Regenwald dieser Erde. Die Region von Pará ist die größte Holz exportierende Region des gesamten Amazonas. Hier wurden bereits Regenwaldgebiete in der Größe von Österreich, Portugal und der Schweiz zusammen zerstört.

Die Umweltprobleme in Pará sind eng verbunden mit sozialer Ungerechtigkeit und weit verbreiteter Gesetzlosigkeit. Um so wichtiger, dass zu den Vertragspartnern einflussreiche Holzkonzerne wie die Association of Timber Exports Industries und die Pará Federation of Industries gehören.

Angesichts der Bedrohung ihrer Heimat habes sich viele Bewohner der Region zusammengeschlossen, um für die Einrichtung von Schutzgebieten zu kämpfen. Dies sind Gebiete, die durch Bundesgesetze geschützt werden. Dagegen lief die Holzindustrie Sturm. Der neue Vertrag verbindet ökonomische Interssen mit dem Urwaldschutz und deckt sich so mit den lang erhobenen Forderungen von Greenpeace.

Das Abkommen zwischen Regierung und Industrie wird für einen effektiven Regenwaldschutz sorgen und dabei den Erhalt von Arbeitsplätzen sichern, sagte Paulo Adario, Kampagnendirektor der Greenpeace Amazonas-Kampagne. Dörfer und Kommunen werden so unterstützt und eine legale und stabile Holzwirtschaft kann entstehen.

Die Zerstörung des Regenwalds bedeutet nicht nur die Vernichtung des Lebensraumes der dort lebenden Menschen, sondern ist auch eine der Hauptursachen des Klimawandels. Neuere Studien zeigen auf, dass die Zerstörung des Regenwalds für etwa ein fünftel des globalen Treibhauseffekts verantwortlich ist. Brasilien ist derzeit weltweit der viertgrößte Verursacher von Treibhausgasen.

Das neue Abkommen soll sich auch international positiv auswirken. Erst kürzlich gab die US-Regierung bekannt, illegale Holzimporte verhindern zu wollen und auch die Europäische Kommission diskutiert derzeit über ein Gesetzt, welches den Handel von illegal erwirtschaftetem Holz auf dem europäischen Markt verbieten soll.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.

Der Wald bleibt – vorerst

RWE darf im Hambacher Wald nicht roden, entschied das Oberverwaltungsgericht Münster in einem Eilbeschluss. Bis zur endgültigen Entscheidung könnte es Jahre dauern.

Gradwanderungen

Die Erderhitzung lässt sich bei 1,5 Grad stoppen, doch auch das wird die Welt verändern, so der Weltklimarat. Über dessen neuen Bericht spricht Greenpeace-Experte Christoph Thies.