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Bergbau in Indonesiens Urwäldern genehmigt

Während die indonesische Präsidentin Megawati Sukarnoputri noch am Weltgipfel für Umwelt und nachhaltige Entwicklung teilnahm, beschloss das Parlament in Djakarta, den Bergbau in Urwald-Schutzgebieten wieder zu genehmigen. Als Grund wurde angegeben, ausländische Investoren ins Land holen und die Wirtschaft beleben zu müssen.

Indonesien hatte 1999 den Tagebau in geschützten Wäldern verboten. Rund 150 Bergbauunternehmen mussten sich aus Waldgebieten mit einer Fläche von 11,4 Millionen Hektar zurückziehen. Die jetzige Entscheidung stellt einen schweren Rückschritt für den Schutz der Wälder dar. Indonesien verliert jährlich zwei Millionen Hektar Urwald allein durch illegalen Holzeinschlag. Das entspricht in etwa der Fläche von Rheinland-Pfalz.

Telepak, eine der führenden indonesischen Umweltschutzorganisationen, glaubt, dass die Entscheidung nicht durch schlechtes Management der Forstbehörden zustandegekommen ist, sondern durch Druck aus anderen Regierungsbehörden. Indonesien ist reich an Bodenschätzen wie Kohle, Gold, Kupfer und Nickel, während gleichzeitig die Wirtschaft des Landes auf einem Tiefpunkt angelangt ist.

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