Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Atemberaubendes Borneo

Die Atemmaske ist derzeit das verbreiteste Alltagsutensil in der indonesischen Stadt Palangkaraya auf Borneo. Aufgrund der starken Waldbrände sank die Sicht durch die Rauchschwaden zeitweise auf zehn Meter. Wegen des atemraubenden Dunstes blieben sogar schon die Schulen und Büros in der 200.000 Einwohner-Stadt bis auf weiteres geschlossen und die lokale Fluggesellschaft strich wegen der schlechten Sichtbedingungen zeitweise alle Flüge zu der 875 Kilometer nordöstlich von Jakarta gelegenen Provinzhauptstadt.

Offizielle Stellen hoffen nun auf die Regenzeit, die allerdings erstfür Anfang November erwartet wird. Ausgelöst wurden die Feuer durchRodungen zum Schaffen von Siedlungsflächen und Brandrodungen vonBauern. Durch die jährlich wiederkehrenden Brände und den Rauch tretenjedesmal wieder Gesundheits- und Umweltprobleme auf. Die Nebel- undRauchschwaden in den Jahren 1997 und 1998 belasteten die regionaleWirtschaft mit rund neun Milliarden Dollar. Betroffen warenhauptsächlich die Landwirtschaft, der Verkehr und der Tourismus.

Doch der Qualm sucht nicht allein den indonesischen Teil von Borneoheim. Auf der Insel liegen noch ein Teil von Malaysia und das SultanatBrunei. Aber auch das entfernte Singapur hat unter dem Rauch zu leiden.Malaysia wird deshalb ein Experten-Team nach Indonesien entsenden, umdie Ursachen für die Feuer genauer unter die Lupe zu nehmen.Umweltschützer werfen der Regierung in Jakarta schon lange vor, dienatürlichen Ressourcen nicht ausreichend zu schützen. Indonesien räumtein, dass die vorhandenen Gesetze zu schwach seien und versprichtReformen.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.

Der Wald bleibt – vorerst

RWE darf im Hambacher Wald nicht roden, entschied das Oberverwaltungsgericht Münster in einem Eilbeschluss. Bis zur endgültigen Entscheidung könnte es Jahre dauern.

Gradwanderungen

Die Erderhitzung lässt sich bei 1,5 Grad stoppen, doch auch das wird die Welt verändern, so der Weltklimarat. Über dessen neuen Bericht spricht Greenpeace-Experte Christoph Thies.