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Angriff auf das grüne Herz Afrikas

Internationale Holzkonzerne verursachen in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) in großem Umfang soziales Chaos und ökologische Verwüstung. Das geht aus der am Mittwoch in Brüssel veröffentlichten Greenpeace-Studie Carving up the Congo hervor. Ebenso wird darin nachgewiesen, dass die bisherigen Bemühungen der Weltbank, die Armut durch Unterstützung der Holzindustrie zu bekämpfen, gescheitert sind.

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Der Regenwald der DRK ist das grüne Herz Afrikas. Rund zwei Drittel aller großen unberührten Urwälder des Kontinents liegen hier. Millionen von Menschen sind zum Überleben auf diese Wälder angewiesen. Doch Unterentwicklung, bewaffnete Konflikte und politische Instabilität prägen die DRK. Die Korruption blüht und die politische Elite ist mit privaten Holzunternehmen (afrikanischen wie auswärtigen) eng verbunden.

Holzunternehmen zerstören die Urwälder

Im Kongobecken-Regenwald ist der industrielle Holzeinschlag die größte Gefahr. Er breitet sich schnell bis in die letzten intakten Regionen aus und bahnt so den Weg für die kommerzielle Wilderei. Die industriellen Holzeinschläge sind reine Rohstoffausbeutung, nach dem Motto: Nimm das Beste und lass den Rest liegen.

Zusätzlich arbeiten die Holzunternehmen oft ohne einen Ansatz von Management und Planung. Diese rücksichtslosen Abholzungsmethoden führen zu sozialen Konflikten mit den lokalen Einwohnern, die kaum oder nur kurzfristig von der Rohstoffausbeutung profitieren. Die Gemeinden vor Ort werden ihrer Ressourcen beraubt und die Wenigsten profitieren von der Holzindustrie.

"Die Weltbank hat es in den letzten Jahrzehnten nicht geschafft, die Situation zu verbessen," sagt Denise Völker, Waldexpertin bei Greenpeace "Die Menschen und die Natur werden verkauft und verraten."

40 Millionen Menschen sind existenziell auf die Regenwälder im Kongobecken angewiesen, doch die sozialen Probleme erinnern an den Kolonialismus des 19. Jahrhunderts: Im Tausch gegen ein neues Fahrrad sind mehrere 10.000 Hektar Wald zu bekommen. Die Firmen zerstören die Lebensgrundlagen der Menschen und tragen - entgegen den Annahmen der Weltbank - definitiv nicht zur Armutsbekämpfung bei. Zeugenaussagen und Fahrrad-Verträge liegen Greenpeace vor.

Einschlagsmoratorium durchsetzen

Theoretisch gibt es seit 2002 ein Moratorium auf die Vergabe neuer Einschlagsgenehmigungen. Tatsächlich wurden seit 2002 für über 15 Millionen Hektar Konzessionsflächen neue Verträge geschlossen. Viele der verteilten Waldflächen befinden sich in Gebieten höchster Schutzpriorität, die für das Überleben der nächsten Verwandten der Menschen wie Bonobos, Schimpansen und Gorillas existenziell sind.

Um diesen Bruch des Moratoriums in Ansätzen zu stoppen, hat die Regierung der DRK eine Legalitätsüberprüfung aller bestehenden Einschlagstitel begonnen. Doch dieses Unterfangen wird von den industriellen Holzfirmen unterwandert. Es ist fraglich, ob die Legalitätsüberprüfung überhaupt einen Effekt haben wird.

Als weltweit zweitgrößter Regenwald beeinflusst der Urwald im Kongobecken auch das globale Klima. Aber Afrika wird zukünftig auch von den Folgen der Klimaänderung besonders stark betroffen sein. Kein anderer Kontinent besitzt weniger Abwehr- und Puffermechanismen. Der Regenwald des Kongobeckens hat einen starken Einfluss auf die Klimabedingungen und muss dringend erhalten bleiben.

"Ich kann nicht verstehen, warum die Weltbank nach all den schlechten Erfahrungen mit industriellem Holzeinschlag in Afrika immer noch einzig und allein auf dieses Modell setzt", fragt sich Völker. "Die Weltbank muss endlich aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und die Zerstörung stoppen!" Deutschland ist der größte europäische Anteilseigner der Weltbank.

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