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Amazonien - die gute und die schlechte Nachricht

Große Flächen des Amazonas-Regenwalds wurden in der Vergangenheit zerstört, um Weideflächen für die Rinderzucht zu schaffen. Ein von Greenpeace initiiertes Moratorium trat im Oktober 2009 in Kraft. Es verpflichtet brasilianische Rinderzüchter, keine Viehprodukte aus kürzlich gerodetem Urwald zu verwenden. Das Problem: Alle Weidegebiete müssen erst einmal dokumentiert werden, um festzustellen, ob Urwaldflächen dafür gerodet wurden.

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Der gesamte Lebenszyklus eines Rinds - von der Geburt bis zum Schlachthof - muss festgehalten werden. Stichtag für die Umsetzung war der 1. April 2010. Die großen Fleischbetriebe Marfrig, Minerva und JBS haben den Zeitrahmen nicht eingehalten und bitten nun um Aufschub bis November diesen Jahres. In dieser Zeit geht die Zerstörung weiter. Allein innerhalb des letzten halben Jahres verschwanden 14.000 Hektar Regenwald in Amazonien.

Marfrig und Minerva präsentierten ihre Ergebnisse kürzlich auf einem Treffen mit der Brazilian Association of Meat Exporters (ABIEC) in Sao Paulo. Obwohl beide Unternehmen keine konkreten Ergebnisse vorlegen können, beteuern sie, dass 80 Prozent ihrer Lieferanten bereits dokumentiert seien. Genaue Landkarten der Farmen fehlen allerdings noch. Weiterhin betonen die Konzerne ihr Interesse an der Aufklärung der Herkunft ihrer Waren. Auch JBS, der weltgrötße Rinderzüchter, bittet um einen Aufschub von drei Monaten. Ein Vertreter des Unternehmens verkündete, bis November die Herkunft seiner Produkte zu 100 Prozent kartografiert zu haben. Derzeit liegt der dokumentierte Teil erst bei 43 Prozent.

Im Gebiet der Amazonas-Bundesstaaten weidet rund ein Drittel der 200 Millionen brasilianischen Rinder - Tendenz steigend. Brasilien ist zurzeit der größte Rindfleisch-Exporteur der Welt. Ein konsequentes Dokumentieren der Herkunft der Produkte ist unverzichtbar, um den Regenwald Amazoniens zu schützen. Der Greenpeace-Report Slaughtering the Amazon war die treibende Kraft, das Abkommen zwischen Herstellern und Händlern von Rinderprodukten zu schließen. Supermarktketten wie Wal Mart und Carrefour, aber auch die bekannten Schuhhersteller Nike, Timberland, Adidas und Clarks gerieten unter Druck. Nach Aufklärung durch Greenpeace 2009 kündigten sie an, keine Lebensmittel und Lederwaren aus Urwaldzerstörung mehr zu vertreiben.

Wenn nicht die gesamte Kette der Viehzucht in Amazonien dokumentiert wird, kann kein Schlachthof saubere Rinderprodukte garantieren. Es liegt in der Macht und dem Interesse der Händler, Schlachthöfe und Bauern, daran etwas zu ändern, denn sie sind vom Markt abhängig. Große Vertriebsketten lassen sich nicht mehr auf schmutziges Rind ein. Denn Verbraucher, denen bewusst ist, dass 40 Prozent der weltweiten Urwaldvernichtung auf das Konto der Rinderzucht gehen, überlegen sich genau, was sie sich in den Einkaufswagen legen.

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