Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Alarmierender Waldzustandsbericht 2004

Nur noch jeder vierte Baum in deutschen Wäldern ist gesund. Präzise: 28 Prozent, sagt der am Mittwoch von Bundesagrarminsterin Renate Künast vorgelegte Waldzustandsbericht 2004. Das stellt sogar die Anfang der Neunzigerjahre aufgestellten Negativrekorde in den Schatten. Greenpeace dokumentiert diese Entwicklung seit 1987 und veröffentlichte am Mittwoch erschreckende Vergleichsfotos.

Der Wald ist einer Doppelbelastung ausgesetzt: Luftschadstoffen und Klimawandel. Der Waldzustandsbericht ist der Offenbarungseid der deutschen Umweltpolitik, sagt Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace. Wo vor kurzem noch dichter Nadelwald die Berge bedeckte, scheint auf Vergleichsfotos jetzt der Boden durch den Wald.

Smid weiter: Die Schäden werden seit zwei Jahrzehnten in Berichten vorgestellt, ohne dass genug gegen das schleichende Waldsterben getan wird. Von einer Lösung der Probleme sind wir weiter entfernt als je zuvor.

Greenpeace fordert von der Bundesregierung, ihre verfehlte Verkehrspolitik zu ändern und den Schadstoffausstoß von Verkehr und Landwirtschaft erheblich zu verringern. Die Grenzwerte der Luftbelastung müssen auch für empfindliche Waldökosysteme eingehalten werden. Außerdem müssen die Anstrengungen im Klimaschutz verstärkt werden.

(mir)

 

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Kontrolle ist besser

Palmöl des Konzerns Wilmar steckt in etlichen Süßigkeiten. In Zukunft will das Unternehmen garantieren können, dass seine Ware nicht aus Regenwaldzerstörung stammt – dank Technik.

Der Weihnachtsmüffel

Oh Tannenbaum, wie stinken deine Blätter: Gewächse aus gängiger Massenbaumhaltung duften meist wenig weihnachtlich. Unsere Autorin lernte, wie Weihnachtszeit mit Tannenaroma geht.

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.