Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

16,4 Millionen Hektar Regenwald unter Schutz gestellt

Im Norden des brasilianischen Bundesstaats Pará sollen 16,4 Millionen Hektar Amazonas-Regenwald unter Schutz gestellt werden. Das ist eine Fläche fast halb so groß wie Deutschland. Neue Schutzgebiete in Amazonien sind zum Schutz der dort lebenden Menschen, zum Erhalt der Artenvielfalt und zur Bekämpfung des Klimawandels dringend notwendig. Hierfür müssten jedoch die Holzeinschläge gestoppt werden. Doch das Abholzen des Waldes ist auch weiterhin erlaubt.

  • /

Offiziell soll der Holzeinschlag nur noch auf niedrigem Niveau weiterlaufen. Die Gefahr hierbei ist, dass in heute noch intakten Gebieten neue Aktivitäten der Holzindustrie einziehen werden, sagt Oliver Salge, Waldexperte bei Greenpeace. So wird die gute Neuigkeit von Schutzgebieten in Misskredit gebracht.

Insgesamt gehört der Norden nicht zu den stark gefährdeten Regionen des Amazonas-Regenwaldes. Dringenderen Schutz benötigt momentan der Süden des Waldes.Inzwischen geht es dort bei der Abholzung nicht mehr nur um Holzgewinnung. Der Haupteil der jährlichen Waldrodung erfüllt den Zweck, neue Flächen für den Sojaanbau zu schaffen. Denn Soja ist als Futtermittel ein weltweites und einträgliches Handelsgut.

Auf einen weiteren Punkt, der Beachtung finden sollte, weist Salge hin: Das Schrecklichste ist das Stehenlassen so genannter Urwaldinseln ohne Korridore. Wenn es keine Korridore zu anderen Waldteilen gibt, fehlt der genetische Austausch, die Artenvielfalt nimmt rapide ab. Dennoch gibt natürlich jedes neue Gebiet, das unter Schutz gestellt wird, wieder neue Hoffnung, dass die biologische Vielfalt unserer Welt noch nicht verloren ist.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Factsheet: Palmöl aus Indonesien

Palmöl steckt in etwa jedem zweiten Produkt, das man im Supermarkt kaufen kann. Das fettige Gold findet sich in zahlreichen Haushalts- und Pflegemitteln, in Seifen und Kerzen. Doch die Produktion dieses Alleskönners hat einen hohen Preis.

Mehr zum Thema

Kontrolle ist besser

Palmöl des Konzerns Wilmar steckt in etlichen Süßigkeiten. In Zukunft will das Unternehmen garantieren können, dass seine Ware nicht aus Regenwaldzerstörung stammt – dank Technik.

Der Weihnachtsmüffel

Oh Tannenbaum, wie stinken deine Blätter: Gewächse aus gängiger Massenbaumhaltung duften meist wenig weihnachtlich. Unsere Autorin lernte, wie Weihnachtszeit mit Tannenaroma geht.

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.