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USA und EU gegen Unternehmensverantwortung

Am Freitag ist in Sao Paulo die 11. Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD XI) zu Ende gegangen. Konkrete Fortschritte gab es in der Zusammenarbeit der Entwicklungsländer. Eine verbindliche Vereinbarung zur Unternehmensverantwortung verhinderten die USA und die EU. In diesem Punkt brachte die 11. UNCTAD-Konferenz keine Verbesserung gegenüber dem bereits auf dem Weltgipfel in Johannesburg vereinbarten Ziel.

UNCTAD XI gibt Anlass zur Hoffnung, dass die Entwicklungsländer auch weiter zusammenhalten gegen eine Welthandelsordnung, die nur den USA, Europa und den großen Konzernen nutzt, urteilt Daniel Mittler, Handelsexperte bei Greenpeace. Es gibt ermutigende Zeichen, aber es muss noch viel getan werden für einen Welthandel, der wirklich zu nachhaltiger Entwicklung beiträgt. Wir brauchen ein neues Welthandelssystem - und die USA und die EU müssen das endlich akzeptieren.

Auf der UNCTAD XI vereinbarten Entwicklungsländer, sich in Zukunft untereinander mehr Handelsvorteile einzuräumen. Greenpeace, Oxfam, das Third World Network und Friends of the Earth International kritisierten die USA für deren Versuch, ein im September 2002 in Johannesburg eingegangenes Verprechen von über 100 Regierungen zur Unternehmensverantwortung zu verwässern. Danach sollten Unternehmen weltweit für ihr Verhalten zur Verantwortung gezogen werden können. Diese für Entwicklungsländer sehr wichtige Vereinbarung kam nicht vom Fleck.

Die UNCTAD sollte sich nicht von einer US-Regierung als Geisel nehmen lassen, der offenbar nur die Unternehmensinteressen wichtig sind, sagt Mittler. Die finanziellen, technologischen und politischen Möglichkeiten von Multis sind größer als die von vielen Entwicklungsländern, ergänzt Sander van Bennekom von Oxfam. Unternehmensverantwortung ist absolut unverzichtbar, um die Balance in der heutigen Weltwirtschaft wiederherzustellen.

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