Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

USA: Land der unbegrenzten Möglichkeiten?

Im Land des American Football erfreut sich auch der Fußball - Soccer - immer größerer Beliebtheit. Präsident Barack Obama bezeichnete die Fußball-Weltmeisterschaft jüngst als die größte Bühne der Welt. Beim Confederations-Cup vor zwei Jahren sorgte das US-Team für eine Überraschung: Erst im Finale gegen Brasilien war Schluss. Die letzte WM verlief weniger erfolgreich. Über die Gruppen-Phase kamen die USA nicht hinaus.

  • /

Land und Wirtschaft

Die USA sind die größte Wirtschaftsmacht der Welt. Obamas Amtsantritt hatte große Hoffnungen auf eine klimafreundlichere Politik der USA geweckt. Doch nicht nur auf dem Klimagipfel in Kopenhagen enttäuschte Obama schwer. Innenpolitische Probleme, wie die Gesundheitsreform, lenkten vom Umweltschutz ab. Und auch bei der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko gibt die US-Regierung kein gutes Bild ab. Die Genehmigung für neue Tiefseebohrungen in Alaska hat Obama aber wenigstens erst einmal wieder zurückgezogen.

Beispiel Klima: Wissenschaftler des Weltklimarates (IPCC)verlangen eine Reduktion der Treibhausemissionen um mindestens 25 Prozent. Die USA verhandeln zur Zeit lediglich über eine Verringerung um vier Prozent. China hat den Titel größter CO2-Produzent der Welt zwar nun von den USA übernommen, aber pro Kopf gerechnet, produziert ein US-Bürger im Schnitt immer noch fast fünf Mal mehr CO2, als ein Chinese.

Beispiel Atomkraft: Einer der gefährlichsten Atomunfälle der Welt ereignete sich im März 1979 in Harrisburg. In Block 2 des Atomkraftwerkes Three Mile Island kam es infolge einer ganzen Pannenserie zum Verlust von Kühlwasser. Der Reaktor überhitzte und ein Teil des Brennstoffs schmolz. Im Reaktordruckbehälter bildete sich eine Wasserstoffblase, die glücklicherweise nicht explodierte. Trotzdem gelangten radioaktive Substanzen ins Freie. Langzeitfolge: Erhöhte Leukämieraten in der betroffenen Bevölkerung. Nun hat Obama den Bau des ersten neuen Atomkraftwerks seit 30 Jahren bewilligt. Um unabhängiger von Öl-Importen zu werden, will er für den Bau 8,3 Milliarden Dollar bereitstellen.

Beispiel Gentechnik: Über 90 Prozent der in den USA angebauten Soja und 85 Prozent des Maises sind gentechnisch verändert. Eine Kennzeichnungspflicht für Produkte aus Gen-Pflanzen existiert dort nicht. Illegal kommen gentechnisch veränderte Importwaren aus den USA auch zu uns. Erst kürzlich entdeckte Greenpeace Schokoriegel mit gentechnisch veränderten Zutaten aus den USA in Supermarkt-Regalen in Deutschland. Der Anbau von Gen-Rüben ist mittlerweile aber selbst in den Vereinigten Staaten umstritten. Sie kreuzt sich leicht mit artverwandten Pflanzen und ihre Ausbreitung ist kaum kontrollierbar.

Geographie und Politik

  • Fläche: 9.826.675 Quadratkilometer
  • Einwohnerzahl: 310,2 Millionen
  • Hauptstadt: Washington
  • Amtssprache: Englisch, Spanisch (regional)
  • Staatsform: Präsidialrepublik
  • Unabhängigkeit: 4. Juli 1776

Zudem haben die USA mit 1,47 Millionen bewaffneten Streitkräften die mächtigste, modernste und teuerste Armee der Welt. 2009 bewilligte das Pentagon einen Etat von 513 Milliarden Dollar - die Sonderausgaben für den Krieg im Irak und in Afghanistan nicht eingerechnet. Laut Amnesty International, ist das inflationsbereinigt der höchste Wehretat seit dem Zweiten Weltkrieg.

Natur und Umwelt

Das Kernland der USA besteht aus 48 Bundesstaaten. Dazu kommen die beiden Bundesstaaten Alaska und Hawaii, die außerhalb des Kernlandes liegen. Auf dem Gebiet der USA gibt es 58 Nationalparks sowie 390 weitere geschützte Gebiete. Darüber hinaus unterhalten die Bundesstaaten State Parks, die ebenfalls zu den geschützten Gebieten des Landes zählen.

Dabei ist das Landschaftsbild ausgesprochen vielfältig: Es gibt Waldgebiete und Mittelgebirge an der Ostküste, Mangrovenwälder im subtropischen Florida, weite Ebenen im Zentrum des Landes, große Gebirgszüge wie die Rocky Mountains, Wüsten im Südwesten, gemäßigte Regenwälder im Nordwesten und Küstengebirge an der Westküste. Hinzu kommen die arktische Region der Tundra in Alaska und die tropischen Inseln von Hawaii.

USA im Abseits

Nach wie vor wird in den USA die Todesstrafe angewandt. Im Jahr 1976 hatte der Oberste Gerichtshof der USA ein bis dahin bestehendes Hinrichtungsmoratorium aufgehoben. Seitdem wurden insgesamt 1.188 Menschen hingerichtet. Allein im Jahr 2009 waren es 52.

Einen Fortschritt hat es aber gegeben: 2005 entschied der Oberste Gerichtshof der USA, dass die Todesstrafe für Jugendliche unter 18 Jahren gegen das, in der Verfassung verankerte, Verbot grausamer Bestrafung verstoße und schaffte sie ab. Einige Staaten der USA missachten aber immer noch völkerrechtliche Grundsätze, indem sie die Todesstrafe gegen Täter mit geistigen Behinderungen anwenden.

Ein Erbe seines Vorgängers wollte Obama gleich zu Anfang seiner Amtszeit loswerden: Das Gefangenenlager Guantánamo Bay auf Kuba sollte bis Januar 2010 geschlossen sein. Doch da sich kaum Länder bereit erklärten, die Gefangenen aufzunehmen, konnte dieses Vorhaben noch nicht umgesetzt werden. Obama hat sich außerdem deutlich gegen Verhörmethoden ausgesprochen, die von Amnesty International als Folter eingestuft werden. Zum Beispiel Waterboarding, das simulierte Ertränken eines Gefangenen, soll unter ihm nicht mehr angewandt werden.

Da unter der neuen US-Regierung nicht mehr, wie unter Bush, Journalisten im Namen der Nationalen Sicherheit inhaftiert werden, steigt die USA auf der Rangliste Pressefreiheit der Reporter ohne Grenzen wieder auf Platz 20.

Besonderheiten

Am 6.August 1945 hatten amerikanische Truppen über der japanischen Stadt Hiroshima eine Atombombe abgeworfen, drei Tage später eine weitere über Nagasaki. Die USA haben bisher als einziger Staat Atomwaffen im Krieg eingesetzt. Mit verheerenden Folgen: Über 300.000 Menschen starben.

Erschreckend ist, dass sich auch die von der Bush-Regierung vorgebrachten Kriegsgründe gegen den Irak als haltlos erwiesen. Die Hoffnung, dass die USA unter Obama keine neuen Kriege aus machtpolitischen Interessen anzettelt, bleibt bestehen.

(Autorin: Lena Weitz)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Ausgehandelt?

Es ist ruhig geworden um TTIP und CETA. Interessieren Handelsabkommen in Zeiten von Schutzzöllen nicht mehr? Doch! Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven sagt, wie es weitergeht.

Unternehmen Verantwortung

Großkonzerne können ungestraft Steuern hinterziehen, die Umwelt vergiften und Menschenrechte verletzen, so ein Greenpeace-Report. Er zeigt auch, wie das geändert werden kann.

Kuhhandel

Auto gegen Rind – so der Deal eines Handelsabkommens zwischen EU und Lateinamerika. Schlecht für Verbraucher und Umwelt, das zeigen von Greenpeace Niederlande geleakte Dokumente.