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Roland Hipp in Rostock: Plädoyer für eine andere Welt

Roland Hipp, Kampagnengeschäftsführer von Greenpeace, hat auf der Abschlusskundgebung der Demonstration am 2. Juni in Rostock ein Plädoyer für eine andere Welt gehalten - eine Welt, in der die Menschen bewusst mit den Schätzen dieser Erde umgehen und sie lebenswert erhalten. Eine Welt, in der sich nicht automatisch der Stärkere, der Reichere und der mit der größten Armee durchsetzt. Zum Schluss seiner Rede erinnerte er daran, dass Greenpeace stets für gewaltfreien Protest eingetreten ist. Sein Appell: Gewalt ist keine Lösung. Lasst uns friedlich protestieren!

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Wir bei Greenpeace haben einiges an Protesten und Demonstrationen auf dem Buckel. Aber eine so breite gesellschaftliche Basis, wie wir sie hier und heute erleben können, das ist wirklich selten.

Und deswegen bin ich stolz, hier auf dieser Demo unter dem Motto Eine andere Welt ist möglich sprechen zu können.

Ja, eine andere Welt ist möglich. Eine Welt, in der es nicht nur um Profitdenken und Ressourcenplünderung geht, sondern in der die Menschen bewusst mit den Schätzen dieser Erde umgehen und sie lebenswert erhalten.

Ja, eine andere Welt ist möglich. Eine Welt, in der sich nicht automatisch der Stärkere, der Reichere und der mit der größten Armee durchsetzt.

Diejenigen, die weltweit unter den aktuellen Zuständen leiden, in deren Leben es weder Umwelt- noch Sozialstandards gibt, sind heute leider nicht hier. Wie auch. Menschen, die unter Armut und Ausbeutung zu leiden haben, können nicht zu einer Demonstration nach Deutschland reisen. Sie können überhaupt nicht reisen. Sie werden nicht gehört.

Daher ist es heute an uns allen, die wir hier friedlich protestieren, diesen Menschen eine Stimme zu geben.

Wir von Greenpeace wissen aus eigener Erfahrung, dass man eine Menge erreichen kann, wenn man zusammenhält und daran glaubt, dass Veränderungen möglich sind.

Der Protest hier zeigt mir, dass wir alle dieser Überzeugung sind! Wir alle werden etwas verändern!

Greenpeace hat es immer wieder geschafft, Konzernbosse in die Knie zu zwingen und Politiker zu einem Kurswechsel zu bewegen. Und dabei waren zwei Sachen wichtig: Glaube an die Veränderung und der Wille zum Handeln!

Greenpeace hat gestern am Berg Ararat in der Türkei eine neue Arche Noah aufgebaut. Ein Schiff aus Pinienholz in 2.500 Meter Höhe als Zeichen der Hoffnung und der Mahnung. Die Bilder von der neuen Arche gehen jetzt gerade um die Welt.

Die Arche mahnt die Regierungschefs der G8-Länder, endlich verbindliche Klimaschutz-Ziele festzulegen. Das bedeutet: Endlich aufzuhören mit dem Abbrennen und Vernichten der letzten großen Urwälder und 30 Prozent CO2 bis 2020 zu reduzieren.

Das ist das Minimum, das ist das Machbare und das ist das Muss.

Schaffen wir das nicht, drohen uns Katastrophen. Dürren, Überschwemmungen und Missernten - das Leben jedes einzelnen wird sich verändern.

Doch wenn wir jetzt handeln, können wir die Klimakatastrophe abwenden. Was wir von den Politikern fordern, ist klar: Die G8-Länder, die Hauptverursacher des Klimawandels, müssen jetzt beim Klimaschutz vorangehen. Die G8-Länder müssen hier in Heiligendamm zeigen, dass sie es ernst meinen. Nur dann wird auch der Rest der Welt mitgehen.

Ja, eine andere Welt ist machbar!

Und jeder einzelne von uns muss sein ganz persönliches Zeichen für Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit setzen. Jeder einzelne von uns muss durch sein Kaufverhalten etwas verändern. Wir haben alle zusammen mehr Macht als die Staatschefs hinterm Zaun.

Denn die großen Energieversorger werden keine Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke bauen, wenn wir alle Öko-Strom beziehen.

Wir entscheiden, ob wir Teil der Sintflut oder Teil der Arche sind.

Wir sind hier:
Weil wir Handeln wollen!
Weil wir eine Welt mit sozialer Gerechtigkeit wollen!
Weil wir eine friedliche und lebenswerte Zukunft wollen!

Ich habe noch zwei wichtige Anliegen:
Greenpeace hat eine lange Tradition in gewaltfreien Protesten. Greenpeace lehnt jede Form von Gewalt ab. Denn: Gewalt ist keine Lösung. Lasst uns friedlich protestieren!

Und ich möchte Euch bitten, uns zu helfen! Morgen 14 Uhr hier im Stadthafen! Wir wollen gemeinsam ein riesiges Banner stellen! Und Ihr alle müsst mitmachen. Morgen hier im Stadthafen, um 14 Uhr!

Jetzt spricht Cheng Qian zu Euch. Sie ist 23 Jahre alt und kommt aus China. Sie hat an zahlreichen Greenpeace-Aktionen in China teilgenommen. Cheng Qian weiß, wie wichtig Entscheidungen der G8 für ihr Heimatland und ihre Generation sind.

Eine andere Welt ist möglich!

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