Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Protest gegen rumänisches Goldbergwerk

Dem rumänischen Minsterpräsidenten Adrian Nastase haben am Dienstagmorgen 25 Greenpeace-Aktivisten einen Besuch abgestattet. Die Greenpeacer aus Österreich, Deutschland, Ungarn und Rumänien protestierten vor dem Haupteingang des Amtssitzes in Bukarest gegen die geplante Goldmine in Rosia Montana in Westrumänien.

Sie entrollten Transparente, auf denen stand: Handeln, nicht nur Reden: Retten Sie Rosia Montana! Die Aktivistinnen und Aktivisten wurden nach zwei Minuten unter Arrest genommen. Die Polizei reagierte heftig, aber soweit bekannt ist, wurde niemand verletzt.

Mit dabei hatten die Aktivisten 350.000 Unterschriften. Sie sollten dem Ministerpräsidenten überreicht werden und ihn auffordern, das umweltzerstörerische Projekt zu stoppen. Wir wissen, dass wir einen provokativen Weg gewählt haben, um Herrn Nastase, die EU und die Welt auf das Problem aufmerksam zu machen, aber alle Versuche von uns und vielen anderen Organisationen hatten bisher keinen Erfolg, sagte die ebenfalls inhaftierte Greenpeace-Sprecherin Anamaria Bogdan.

Gabriel Resources, der Hauptaktionär der Rosia Montana Gold AG (RMGC) will im rumänischen Rosia Montana in den Apuseni-Bergen das größte Tagebaugoldbergwerk Europas errichten. Dabei sollen mehr als 2.000 Menschen zwangsumgesiedelt und einzigartige Naturgebiete und archäologische Stätten zerstört werden. Wissenschaftler, rumänische Gruppen und internationale Organisationen kritisieren das Projekt scharf. Durch das Minenprojekt wird auch Rumäniens Beitritt zur EU im Jahre 2007 gefährdert, da es die Nachhaltigkeitskriterien nicht erfüllt. Selbst der rumänische Ministerpräsident Nastase und auch andere Politiker sprachen sich bereits mehrfach gegen das Projekt aus. Dennoch wurde bisher nichts gegen das Minenprojekt unternommen.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Ausgehandelt?

Es ist ruhig geworden um TTIP und CETA. Interessieren Handelsabkommen in Zeiten von Schutzzöllen nicht mehr? Doch! Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven sagt, wie es weitergeht.

Unternehmen Verantwortung

Großkonzerne können ungestraft Steuern hinterziehen, die Umwelt vergiften und Menschenrechte verletzen, so ein Greenpeace-Report. Er zeigt auch, wie das geändert werden kann.

Kuhhandel

Auto gegen Rind – so der Deal eines Handelsabkommens zwischen EU und Lateinamerika. Schlecht für Verbraucher und Umwelt, das zeigen von Greenpeace Niederlande geleakte Dokumente.