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Nun doch? Gletscherschutz in Argentinien

Rund 50 Greenpeace-Aktivisten haben Ende Februar an der argentinisch-chilenischen Grenze gegen das Bergbauunternehmen Barrick protestiert. Der kanadische Konzern will dort unter dem Gletscher Pascal-Lama Gold abbauen. Greenpeace wirft Barrick vor, die Umsetzung eines neuen Gletschergesetzes zu verhindern. Jetzt hat der Protest einen ersten Erfolg gezeitigt.

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Greenpeace-Aktivisten, Anwohner und Bürgerinitiativen hatten gemeinsam auf einer Zufahrt zum Minengelände ein Protestcamp aufgebaut. Der Konzern ließ das Camp räumen, die Demonstranten wurden festgenommen. Barrick beschuldigte sie zudem, die Zufahrtswege zu einem Bergarbeiterhospital auf dem Minengelände blockiert zu haben. Greenpeace wies den Vorwurf zurück.

Die argentinische Regierung hat nach der Aktion eine landesweite Untersuchung des Gletschereises angeordnet. Ziel ist festzustellen, welche Gebiete vom Bergbau ausgenommen werden sollen. Der Auftrag umfasst alle argentinischen Gletscher, die Gebiete um die Gletscher herum und Veränderungen der Gletscher in den zurückliegenden Jahrzehnten.

Der Kongress verabschiedete das Gletscherschutzgesetz im September 2010. Es sollte ökonomische Aktivitäten im Bereich der Gletscher begrenzen und innerhalb von 90 Tagen umgesetzt werden. Diese Frist lief im Januar ab. Eine Front von Gewerkschaften, Behörden, Provinzregierungen ging gegen das Gesetz an: Es verhindere die wirtschaftliche Entwicklung. Auch das Bergbauunternehmen Barrick ging vor Gericht und gewann. Ein Richter in San Juan suspendierte das Gesetz zugunsten der Barrick-Minen Veladero and Pascua Lama.

Nun muss sich zeigen, ob die Gletscheruntersuchung das Schutzgesetz wieder vorantreiben wird. Bis die Studie vorliegt, wird allerdings noch einige Zeit ins Land gehen. Erste Ergebnisse werden in einem Jahr erwartet, die vollständige Studie soll in etwa fünf Jahren vorliegen.

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