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Neuer Ratgeber zu "Grüner Elektronik"

Die neue Ausgabe des Greenpeace-Ratgebers"Grüne Elektronik" bewertet 15 Firmen. Hewlett-Packard (HP) geht in Führung, gefolgt von Dell und Nokia. Der Blackberry-Hersteller RIM belegt den letzten Platz.

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Der Ratgeber listet die führenden Hersteller von Mobiltelefonen, PCs, TV-Geräten und Spielkonsolen nach ihrem Umgang mit schädlichen Chemikalien, dem Recycling und der Klimabilanz ihrer Produkte. Für die jüngste Ausgabe haben Greenpeace-Experten außerdem neue Kriterien wie den Einsatz von Papier aus Urwaldzerstörung und die Lebensdauer eines Produktes eingeführt. Ein weiteres neues Bewertungskriterium ist die Verwendung von Mineralien aus Konfliktregionen - die Förderung von Coltan-Erz (Tantal) für Handys hält beispielsweise den Kongo im permanenten Kriegszustand.

Einige Marktführer haben es geschafft, gefährliche Chemikalien aus der Produktion zu verbannen, sagt Tom Dowdall, Experte von Greenpeace International. Wir fordern sie nun auf, die Herkunft der eingesetzten Mineralien zu überprüfen und den Energieeinsatz entlang der Produktionskette zu verringern. Auch die Firmen auf den vorderen Plätzen müssen sich weiterhin bemühen, ihre Klimabilanzen zu verbessern.

Die gegenwärtig beste Leistung zur Reduzierung von Treibhausgasen zeigt der Elektronikkonzern HP. HP und Dell (2. Platz im Ranking) sind zudem die einzigen Unternehmen der Branche, die kein Papier aus Urwaldzerstörung verwenden. Wie Apple (4. Platz) hat sich HP verpflichtet, auf Mineralien aus Konfliktregionen zu verzichten. HP ist zudem vom vierten auf den ersten Platz aufgestiegen, weil neue Produkte ohne Polyvinylchlorid (PVC) und bromierte Flammschutzmittel (BFR) auf den Markt gebracht wurden. Dringenden Handlungsbedarf hat HP beim Thema Elektronikschrott. Für das Recycling ihrer Produkte zeigen im Vergleich Nokia und Apple den größten Einsatz.

Vom zehnten auf den zweiten Platz ist der Computerhersteller Dell seit der Veröffentlichung des letzten Greenpeace-Ratgebers gesprungen. Das Unternehmen hat das ambitionierte Ziel, bis zum Jahr 2020 40 Prozent der CO2-Emissionen seiner Produktionsstandorte zu reduzieren. Mängel attestierten die Greenpeace-Experten dem Unternehmen in den Produkt-Kriterien: So ist Dell nicht bereit, neben PVC und BFR weitere gefährliche Chemikalien wie Weichmacher (Phthalate), Antimonoxid oder Berylliumchlorid auszulisten. Verbesserungsbedürftig sind ebenfalls Energieeffizienz und Recycling der Geräte.

Blackberry auf dem letzten Platz

Auf dem letzten Platz findet sich der kanadische Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM), der zum ersten Mal von Greenpeace bewertet wird. 2010 war RIM mit Blackberry Smartphones noch Marktführer in den USA. Dennoch legt RIM die vergleichweise magersten Informationen zu Nachhaltigkeitsaspekten vor. RIM setzt sich keine Ziele zur Reduktion von Treibhausgasen. In allen Produkten des Unternehmens finden sich gefährliche Chemikalien. Positiv bewertet wurden lediglich die Bemühungen von RIM, Zulieferer von Talan aus Kriegsgebieten und Papier aus illegaler Waldzerstörung auszuschließen.

Greenpeace hat diesen neuen Aspekt eingeführt, um die Nachhaltigkeitsansprüche von Elektronikfirmen auch in Bezug auf ihre Zuliefererkette zu bewerten. Die Herstellung von Elektronikartikeln ist sowohl energie- als auch ressourcenintensiv. Eine neue Energiebewertung fokussiert zudem darauf, wie Unternehmen Energie sparen und ob sie ihren Einfluss auf den Ausbau regenerativer Energiequellen nutzen.

Der seit 2006 publizierte"Guide to Greener Electronics hat für einige Verbesserungen in der Elektronikindustrie gesorgt. Viele Firmen haben seitdem giftige Chemikalien aus ihren Produkten verbannt. Nun sollten diese Firmen auch Lösungen für einen nachhaltigen Energieeinsatz finden. In den USA engagiert sich Greenpeace daher auch für einen kohlestromfreien Betrieb der Rechenzentren von Facebook.

Eine ausführlich aufbereitete Version des neuen Ratgebers gibt es bei Greenpeace Österreich.

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