Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Neste Oil erhält Schmähpreis

Der Sieger der Public Eye Peoples Awards ist gekürt: Mit 17.385 Stimmen landete Neste Oil auf Platz eins. Stolz auf die Auszeichnung kann der finnische Biosprit-Hersteller nicht sein: Wer diesen Preis gewinnt, hat sich vor allem durch menschen- und umweltverachtende Geschäftspraktiken einen Namen gemacht.

  • /

Sie fordern angesichts von Umweltsünden und Menschenrechtsverletzungen mehr Unternehmensverantwortung: Greenpeace Schweiz und die EVB decken seit 2000 als kritischer Kontrapunkt im Umfeld des Weltwirtschaftsforums (WEF) das übelste Unternehmen des Jahres exemplarisch auf. Die Verleihung des Schmähpreises fand heute in Davos statt.

Publikums-Liebling: Neste Oil

An der Online-Abstimmung haben sich dieses Jahr mehr als doppelt so viele Menschen wie 2010 beteiligt. Auf dem unrühmlichen Siegertreppchen stehen neben Neste Oil auch der Ölmulti BP mit 13.000 Stimmen und Tabakfirma Philip Morris mit knapp 8000 Votes.

Der finnische Agro-Treibstoffkonzern Neste Oil vertreibt unter der Bezeichnung Green Diesel europaweit Biodiesel aus Palmöl. Mit der steigenden Nachfrage nach dem grünen Gold treibt Neste Oil die Regenwaldzerstörung in Indonesien und Malaysia massiv voran und vernichtet damit die Heimat gefährdeter Tier- und Pflanzenarten.

Ob diese Auszeichnung der Deutschen Lufthansa zu denken gibt? Das deutsche Unternehmen hat sich Neste Oil als neuen Kooperationspartner für ein umstrittenes Bio-Kerosin-Projekt gewählt. Mehr...

Jurypreis an AngloGold Ashanti

Auch der südafrikanische Bergbaukonzern AngloGold Ashanti bekam sein Fett weg - ihn wählte eine Expertenrunde für den Public Eye Global Award. Für den Goldabbau in Ghana werden täglich 6000 Tonnen Gestein gefördert, gemahlen und in Tanks mit Zyanid vermischt. Die hochgiftigen Minenabfälle treiben in Seen, Flüssen und Brunnen und vergiften die Menschen. Bei seiner Laudatio berichtet Daniel Owusu-Koranteng, Präsident der Betroffenenorganisation WACAM, es seien in konzerneigenen Wachhäusern verschiedentlich Anwohner gefoltert worden, wobei es auch schon Tote gab.

Die Rangliste und die langen Vergehenslisten der sechs nominierten Unternehmen finden Sie hier.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Ausgehandelt?

Es ist ruhig geworden um TTIP und CETA. Interessieren Handelsabkommen in Zeiten von Schutzzöllen nicht mehr? Doch! Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven sagt, wie es weitergeht.

Unternehmen Verantwortung

Großkonzerne können ungestraft Steuern hinterziehen, die Umwelt vergiften und Menschenrechte verletzen, so ein Greenpeace-Report. Er zeigt auch, wie das geändert werden kann.

Kuhhandel

Auto gegen Rind – so der Deal eines Handelsabkommens zwischen EU und Lateinamerika. Schlecht für Verbraucher und Umwelt, das zeigen von Greenpeace Niederlande geleakte Dokumente.