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Natürliche Ressourcen für 2008 weltweit aufgebraucht

Ab Dienstag leben wir auf Pump. Dann hat die Menschheit alle natürlichen und regenerierbaren Ressourcen verbraucht, die uns die Erde für 2008 zur Verfügung stellt. Das heißt, wir bräuchten eigentlich 1,4 Erden. Haben wir aber nicht.

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Wir leben ökologisch völlig über unsere Verhältnisse. Auf Dauer vernichten wir so unsere eigenen Lebensgrundlagen, warnt Jürgen Knirsch, Globalisierungsexperte von Greenpeace. Unsere Regierungen müssen begreifen, dass unser Umgang mit der Natur zum Kollaps führt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel müsse endlich aufhören, sich vor allem für die Interessen der klimaschädlichen Auto- und Kohleindustrie einzusetzen, fordert Knirsch. Wir müssen die Nutzung unserer natürlichen Ressourcen auf ein für die Erde erträgliches Maß verringern.

Jedes Jahr berechnet das Global Footprint Network den ökologischen Fußabdruck der Menschheit, das heißt den Bedarf an Acker- und Weideland, Wäldern und Fisch wie auch den Platzbedarf für Infrastruktur. Dieser Bedarf wird der weltweiten biologischen Kapazität gegenübergestellt, also dem Vermögen der Ökosysteme, Ressourcen aufzubauen und Müll aufzunehmen.

Über den ökologischen Fußabdruck kann der genaue Tag festgelegt werden, an dem die weltweite Gemeinschaft mehr verbraucht, als der Planet jedes Jahr produziert: der Tag der ökologischen Überschuldung. Er tritt jedes Jahr früher ein.

1986 war das erste Jahr, in dem die Menschheit weltweit über ihre Verhältnisse lebte. Tag der ökologischen Überschuldung war damals der 31. Dezember. Nur zehn Jahre später verbrauchte die Menschheit 15 Prozent mehr Ressourcen, der Tag der Ökologischen Überschuldung wanderte in den November. Im letzten Jahr lag er noch auf dem 6. Oktober, dieses Jahr fällt er auf den 23. September.

Weltweit verbrauchen wir also rund 40 Prozent mehr, als es die natürliche Kapazität der Erde zulässt. Oder wir belasten die Erde mit mehr Müll, als sie abbauen kann. Dazu gehört auch das Übermaß an Treibhausgasen. Auf Pump leben, heißt auch: Ab dem 23. September können Klimagase, die in die Atmosphäre gelangen, von der Natur nicht mehr verarbeitet werden.

Das Treibhausgas Kohlendioxid hat den größten Anteil an der ökologischen Überschuldung. Global betrachtet machen die CO2-Emissionen mehr als die Hälfte unseres Fußabdruckes aus. Werden Minderungsziele aufgeschoben, verschlechtert er sich weiter. Jüngstes Beispiel für eine derart verfehlte Politik: die Übergangsregelung für deutsche PKW beim CO2-Grenzwert.

Würden alle Menschen auf der Welt so leben wie wir in Deutschland, würden uns selbst zwei Planeten nicht ausreichen, so Knirsch. Aber wir haben nur eine Erde. Wir müssen unsere Wirtschaftsweise ändern, und die Politik muss endlich die Rahmenbedingungen dafür setzen.

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