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Kein Durchblick für Verbraucher

Illegaler Gen-Reis in den Supermärkten, Pestizide in Stachelbeeren? Gammelfleisch im Kühlregal? Verbraucher erfahren zu spät von Lebensmittelskandalen und erhalten zu wenig Informationen. Das am Freitag im Bundesrat verabschiedete Verbraucherinformationsgesetz (VIG) sollte Abhilfe schaffen. Doch es ist seinen Namen nicht wert. Lesen sie den Kommentar von Corinna Hölzel, Verbraucher-Expertin bei Greenpeace:

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Der Verbraucher mag zwar Namensgeber für das Gesetz sein, aber um seine Interessen geht es dabei überhaupt nicht. Während die Öffentlichkeit vieler europäischer Länder bei Lebensmittelskandalen die Namen von betroffenen Produkten und Herstellern erfährt, will Seehofer diese wichtigen Informationen in Deutschland weiterhin geheim halten. Was das bedeutet, zeigt der aktuelle Fall des illegalen Gen-Reises. Seit vergangener Woche finden Behörden immer wieder Verunreinigungen in Langkornreis aus den USA, doch die Namen von Herstellern oder Produkten werden nicht veröffentlicht. Der Verbraucher kann froh sein, wenn er überhaupt von den Entdeckungen erfährt. Auch mit dem neuen Gesetz können betroffene Unternehmen weiterhin verhindern, dass sie oder ihre Produkte genannt werden. Zwar haben sich Bund und Länder nun wieder lange beschäftigt und gestritten. Am Ende erfahren Verbraucher höchstens in Ausnahmefällen, welche Trauben mit Pestiziden belastet sind und wer Gammelfleisch verkauft.

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