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Kampf gegen Armut statt gegen Terror

Der US-geführte kurzsichtige Kampf gegen den Terror mit militärischen Mitteln unterminiert den langfristigen Kampf gegen die Ursachen von Armut. Diese Überzeugung äußerte am Mittwoch in London die Umweltdirektorin der Weltbank, Kristalina Georgieva. Der Krieg gegen den Terror lenke die Aufmerksamkeit von der dringlichen Aufgabe ab, eine verantwortungsbewusste Globalisierung für alle durchzusetzen.

Die Regierungen der Welt, führte Georgieva am Rande der Umweltkonferenz 2003 aus, gäben insgesamt jährlich 600 Milliarden US-Dollar für Waffen aus, aber nur 50 Milliarden US-Dollar für Entwicklungshilfe. Um langfristig zu einer umweltgerechten nachhaltigen Entwicklung zu gelangen, bräuchten wir schätzungsweise 65 bis 85 Milliarden US-Dollar jährlich. Hinzu kommen 50 bis 70 Milliarden zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls für den Klimaschutz. Im Vergleich zu den 40 Billionen US-Dollar, die die Weltwirtschaft insgesamt jährlich erbringe, sei das nicht viel.

Die Kluft zwischen dem Norden und dem Süden, mahnte Georgieva außerdem, verfestige sich immer mehr. Sie werde noch komplizierter, weil auch zwischen einzelnen Ländern der südlichen Hemisphäre mittlerweile Abgründe klafften. Wer es nicht schaffe, auf den Globalisierungszug aufzuspringen, gehe sang- und klanglos unter. In dieser Situation seien die multilateralen Organisationen besonders gefordert. Diese aber seien so schwach wie seit Generationen nicht mehr.

Was wir im Moment beobachten, ist das Anwachsen von Bilateralismus, Unilateralismus und Clubwesen. G8, G20 und so weiter. Wer nicht Mitglied in einem Club ist, hat auch keine Stimme. Menschen, die weder Hoffnung noch Hab und Gut haben, sind isoliert. Wie schon Karl Marx sagte: Wer nichts hat, hat auch nichts zu verlieren.Das, sagte Georgieva, sei gefährlich.

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