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Entlarvende Fotos aus dem All

Wuchernde Großstädte, Kahlschlag und exzessive Landwirtschaft verändern unseren Planeten. In welchem Ausmaß, das zeigt der neue UNEP-Atlas One Planet Many People. Ältere Satellitenaufnahmen unmittelbar neben neuen halten insbesondere den Industriestaaten einen Spiegel vor. Das Erschreckende daran: Die Bilder umfassen einen Zeitraum von nur 30 Jahren.

Beispiel Paranaense-Urwald: Im Grenzgebiet zwischen Argentinien, Brasilien und Paraguay liegt - oder muss man sagen: lag? - der Paranaense-Urwald. Durch natürliche Grenzen von anderen Urwaldregionen getrennt, hatte sich dort eine einzigartige Fauna und Flora entwickelt. Zwischen 1973 und 2003 ist der Wald fast verschwunden. Reste davon sind im argentinischen Iguazú-Nationalpark zu sehen.

Beispiel Spanien: Um Almería ist zwischen 1974 und 2004 die Farbe Grün einem Flächen deckenden schmutzigen Weiß gewichen. Die ganze Region ist mittlerweile von Gewächshäusern aus Plastik bedeckt. Drastischer kann eine Veränderung kaum sichtbar werden.

Martin Kaiser, Waldexperte bei Greenpeace, sieht in der Dokumentation ein Alarmsignal. Der Umweltatlas bringt es auf den Punkt: Die Stadtmenschen leben - ohne es zu merken - auf Kosten von Natur und Umwelt. Unser Lebensstil mit hohem Verbrauch von Wasser, Holz, Energie führt zu Zerstörung. Wenn sich die im Atlas dargestellte Entwicklung der letzten 30 Jahre so fortsetzt, werden sich Klimaerwärmung, Arten- und Lebensraumverlust ebenso wie Konflikte um Wasserressourcen weltweit verschärfen.

Aber Kaiser sieht auch die Chance, aus dem Atlas etwas zu lernen. Wenn wir im globalen Norden gemeinsam den Konsum von nutzlosen Gegenständen einschränken und auf ökologisch und sozial gerechte Produkte setzen, können wir den negativen Auswirkungen einer globalisierten, unregulierten Wirtschaft entgegenwirken. Die internationale Staatengemeinschaft muss außerdem die Länder des Südens so unterstützen, dass Umwelt- und Naturschutz sowie Menschenrechte eine reelle Chance gegen die Profitgier haben.

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