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Der Weltgipfel in Johannesburg 2002

Die gesamte Themenpalette des Umweltschutzes und der Armutsbekämpfung steht ab Ende August, 2002 beim Weltgipfel in Johannesburg zur Diskussion: Von biologischer Vielfalt, Schutz und effizienterer Nutzung der Ressourcen bis zu Stärkung der UN-Strukturen für Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung, Strukturen des Welthandels sowie der Finanzierung der Entwicklungszusammenarbeit - kaum ein Thema wird ausgelassen.

Besonders die Jugendlichen von Greenpeace verschaffen sich mit kreativen Aktionen und Forderungen bei der deutschen Politik vor Beginn des Gipfels Gehör: Der Staatssekretärin des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung überreichen sie einen symbolischen Scheck über neun Milliarden Euro als Zeichen für die von der Bundesrepublik zugesagten, aber nicht eingehaltenen Leistungen. Auf dem Alexanderplatz in Berlin halten sie eine 100stündige Mahnwache und fordern alle Regierungen auf, Johannesburg zum Erfolg zu führen.

Bundeskanzler Schröder überreichen sie einen Reisekoffer für Johannesburg, in dem sich auch ein Steuerrad mit der Botschaft befindet, in Johannesburg das Steuer in die Hand zu nehmen. Die Forderung der Jugendlichen: Zehn verlorene Jahre liegen seit dem Erdgipfel in Rio de Janeiro 1992 hinter euch - jetzt müsst ihr handeln! Die Erde ist kein Selbstbedienungsladen der Erwachsenen! Doch das geschieht leider nicht.

Bis zum letzten Tag der Konferenz protestiert Greenpeace vor Ort und weltweit an gefährdeten Plätzen: Auf dem von der Klimaerwärmung bedrohten Pasterze-Gletscher in Österreich das Banner Climate change powered by Esso, Shell, BP, in Durban, Südafrika Proteste für saubere Energie an einer Ölraffinerie. In Thailand, im mexikanischen Tijuana wie auch an der berühmten Jesus-Statue in Rio zahlreiche Aktionen zur Forderung nach erneuerbaren Energien.

Trotz aller Proteste hat der Weltgipfel mit seinen hoch gesteckten Zielen aus Greenpeace-Sicht in wesentlichen Punkten versagt: Besonders die Weigerung, sich beim Ausbau erneuerbarer Energien auf Ziele zu einigen, ist ein Desaster für den Klimaschutz. Politischen Schwung bekommt das durch die USA und Ölförderstaaten blockierte Thema allein dadurch, dass Kanada, China, Russland und Indien zusagen, das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz zu verabschieden.

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