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Atom- und Gentechnikpolitik: Was wollen die Kandidaten?

Wer fragt, bekommt Antworten. Rund 2000 Wähler und Greenpeace haben Spitzenpolitiker und Bundestagskandidaten zu Umweltproblemen gefragt - und 600 haben geantwortet. Dabei kam zum Teil Überraschendes zu Tage.

Atomstrom und Genfood - auch darüber wird am 18. September abgestimmt, sagt Henning Strodthoff, Greenpeace-Gentechnikexperte. Beide Risikotechnologien sollen auf Teufel komm raus durchgesetzt werden - auf Kosten von Umwelt und Gesundheit

Bei der Befragung haben sich die CDU- und die FDP-Kandidaten nur zu fünf Prozent gegen den Anbau von genmanipulierten Pflanzen ausgesprochen, lediglich 10 bis 15 Prozent lehnen gentechnisch veränderte Lebensmittel ab. Dabei wird folgende Tatsache ignoriert: Im Bundesdurchschnitt wollen 70 Prozent der Verbraucher keine Gentechnik in Lebensmitteln.

Atompolitik: Westerwelle täuscht Wähler

Ein Drittel der befragten FDP-Kandidaten gab an, es sei für den Bau von neuen Atomkraftwerken. Noch Mitte August hatte FDP-Parteichef Guido Westerwelle behauptet: Ich kenne niemanden, der in Deutschland neue Atomkraftwerke bauen will.

Das Votum der FDP-Kandidaten für den Neubau von Atomkraftwerken zeigt, dass Herr Westerwelle die Wähler täuscht, kommentiert Strodthoff. Die örtlichen Kandidaten der Union wichen einer klaren Aussage für oder gegen den Neubau von Atomkraftwerken aus, während sich die Befragten von SPD, Grünen und Linkspartei erwartungsgemäß dagegen aussprachen.

Die Grünen und der Ökostrom

Eine kleine Überraschung fand sich auch bei der Kandidatenbefragung zum Ökostrom: Nicht alle grünen Kandidaten handeln konsequent grün. Rund 35 Prozent von ihnen gab an, keinen Ökostrom für ihren Privathaushalt zu beziehen.

Alle Antworten finden Sie im Internet auf den Seiten des Greenpeace-EinkaufsNetzes. Verbraucher können auch den Wahlkompass Umweltpolitik von Greenpeace anfordern. Die Broschüre zeigt, was prominente Spitzenpolitiker zu Umweltthemen geantwortet haben.

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