Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Anti-Atom-Lulinhas auf dem Weltsozialforum

Eine eigenartige Begegnung mit sich selbst hat am Donnerstag der brasilianische Präsident Lula auf dem Weltsozialforum in Porto Alegre erlebt. Als er dort zu den Teilnehmern sprach, blickte ihm von tausenden quietschgelben T-Shirts sein eigenes Konterfei entgegen. Greenpeace-Aktivisten hatten die T-Shirts verteilt, auf denen der Präsident auf Brasilianisch zum Ausstieg aus der Atomenergie aufgefordert wird: Lula mach keinen Fehler, stopp ANGRA 3.

Mit dieser Aktion will Greenpeace nicht nur ein farbliches Zeichen gegen die roten T-Shirts der Lula-Anhänger setzen. Die Forderung hat auch einen ganz aktuellen Anlass: Erst zwei Tage zuvor hatte Lula 34 Millionen Euro für den Bau des Atomkraftwerksblocks ANGRA 3 bewilligt. ANGRA 3 soll in der Bucht von Angra dos Reis, 130 Kilometer westlich von Rio de Janeiro, gebaut werden.

Es ist höchste Zeit, dass Präsident Lula einsieht, dass die Atomenergie ein Auslaufmodell ist und dass zukünftige Anstrengungen sich darauf ausrichten müssen, die erneuerbaren Energien zu fördern, fordert Daniel Mittler, Leiter der Greenpeace-Delegation beim Weltsozialforum.

Um der Forderung weiteren Nachdruck zu verleihen, wird Lula seitdem von vier so genannten Lulinhas begleitet: Aktivisten mit Lula-Köpfen und dem Atom-Zeichen auf der Kleidung. Sein persönliches Exemplar des Greenpeace-T-Shirts hat Lula entgegen genommen. Sein Dank fiel jedoch reserviert aus, wie Marcelo Furtado von Greenpeace Brasilien berichtete.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Ausgehandelt?

Es ist ruhig geworden um TTIP und CETA. Interessieren Handelsabkommen in Zeiten von Schutzzöllen nicht mehr? Doch! Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven sagt, wie es weitergeht.

Unternehmen Verantwortung

Großkonzerne können ungestraft Steuern hinterziehen, die Umwelt vergiften und Menschenrechte verletzen, so ein Greenpeace-Report. Er zeigt auch, wie das geändert werden kann.

Kuhhandel

Auto gegen Rind – so der Deal eines Handelsabkommens zwischen EU und Lateinamerika. Schlecht für Verbraucher und Umwelt, das zeigen von Greenpeace Niederlande geleakte Dokumente.