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Alternativgipfel: Lösungen statt Phrasen

Globalisierung im Interesse der Mehrheit der Menschen geht anders, so die Initiatoren des Alternativgipfels, der vom 5. bis zum 7. Juni in Rostock stattfindet. Ein breites Bündnis bestehend aus Organisationen wie Greenpeace, Oxfam oder die Rosa Luxemburg Stiftung will Alternativen zur Politik der G8 vorstellen und brennende Fragen diskutieren. Mit einer Rede von Jean Ziegler, UN Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, startet am Dienstag der alternative Gipfel.

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Klima, Umwelt, soziale Gerechtigkeit, Rassismus, Krieg oder Frauenrechte: Das sind die Themen der Veranstaltung zu der mehrere Tausend Menschen erwartet werden. Zu den Podiumsveranstaltungen sind namhafte Rednerinnen und Redner aus vielen Ländern angereist. Eine Globalisierung von unten ist das gemeinsame Ziel. Hier kommen Menschen zusammen, die weltweit an der Basis arbeiten. Von den 150 Veranstaltungen und Workshops können wir nur profitieren, erklärt Karsten Smid von Greenpeace. Wir müssen nur dafür sorgen, dass unsere Botschaft über den 12 Kilometer langen Zaun zu den G8-Staatschefs gelangt.

Vor dem G8-Gipfel hagelt es kräftig Kritik. Der Phillipine Walden Bello, Träger des Alternativen Nobelpreises, greift die Klimapolitik Deutschlands und der USA an. Sowohl Merkel als auch Bush würden Wirtschaftswachstum vor Klimaschutz stellen. Auch Smid kritisiert die Bundeskanzlerin und bezeichnet den Gipfel als PR-Show von Frau Merkel. Anstatt über Inhalte zu reden, wird an Formulierungen für die Enderklärung gefeilt. Mit keinem Satz wird erwähnt, dass die Industriestaaten die eigentliche Verantwortung für den Klimawandel tragen.

Von den Auswirkungen des Klimawandels sind die Ärmsten am schlimmsten betroffen. Laut Christian Aid werden 2050 eine Milliarde Menschen vor den Folgen des Klimawandels auf der Flucht sein. Aus Sicht von Greenpeace ist der G8-Gipfel hinsichtlich des Klimaschutzes gescheitert, wenn sich die Insdustriestaaten nicht auf klare Klimaschutzziele einigen: Das Minimum ist, dass die Industriestaaten ihre Treibhausgase um 30 Prozent bis 2020 reduzieren im Vergleich zu 1990. Deutschland muss dabei eine aktive Vorreiterrolle übernehmen und die Emissionen bis 2020 um 40 Prozent senken. Wie das geht, haben wir bereits im März dieses Jahres vorgerechnet.

Publikationen

Klimaschutz: Plan B bis 2020

Die Erde erwärmt sich schneller als bislang vorhergesagt. Es müssen sofort wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz ergriffen werden - vor allem von Seiten der Politik und Wirtschaft. Die Studie untersucht, wie der vorzeitige Atomausstieg mit dem Klimaschutzziel vereinbar ist, die Emissionen von Treibhausgasen in Deutschland bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent zu senken.

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