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Unterirdisch: Atombombentest und doppelte Moral

Nordkorea ist Montagnacht zur neunten Atommacht aufgestiegen. Der zweifelhafte Erfolg ist ein Symbol für das Scheitern der internationalen Abrüstungspolitik. Den Atombombentest Nordkoreas kommentiert Greenpeace-Abrüstungsexperte Wolfgang Lohbeck.

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Greenpeace verurteilt den Atombombentest Nordkoreas auf das Schärfste. Atomwaffen sind nicht nur völkerrechtlich verboten, sie müssen auch moralisch und politisch geächtet werden.

Doch die Empörung, die jetzt die Welt angesichts dieser Tests erfasst, ist auch ein Stück verlogen. Wer hat denn den Keim für diese Entwicklung gelegt? Die Atommächte, allen voran die USA, die sich in der Vergangenheit nicht an geltendes Völkerrecht gehalten haben, sondern immer wieder mit der Atombombe gedroht haben. Die ihr Arsenal nicht abgerüstet haben. Erst sie haben doch der Atombombe zum Image eines Mittels der Wahl verholfen, anstatt sie vorbehaltlos zu ächten.

Jetzt nur auf Nordkoreas diktatorisches Regime zu zeigen, ist unehrlich. Statt Krokodilstränen zu weinen, sollten die USA (und China) sofort den Atomteststoppvertrag (CTBT) ratifizieren, der ihretwegen nicht in Kraft treten kann. Greenpeace fordert alle Atommächte auf, ihrer Verpflichtung aus dem Atomwaffensperrvertrag nachkommen und mit der Abrüstung der eigenen Nukleararsenale zumindest zu beginnen.

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