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Sightseeing-Raketen bitten um Beseitigung

Zum Auftakt der NATO-Tagung in der türkischen Metropole Istanbul haben am Montag NATO-Atombomben eine der touristischen Hauptattraktionen der Millionenstadt bevölkert - die Brücke über den Bosporus. Bei den Sightseeing-Raketen handelt es sich um verkleidete Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten. Sie forderten die Abrüstung von Atomraketen und boten für den Frieden ihr Raketen-Leben als Opfer an.

Auf einem Transparent mit Friedenstaube forderten sie: Atomwaffen raus aus der NATO!. Doch die türkischen Sicherheitskräfte haben zurzeit keinen Humor, sie beendeten den Protest und nahmen 18 Greenpeacer in Gewahrsam.

Aufgrund von bestehenden internationalen Vereinbarungen sind die NATO-Mitgliedstaaten rechtlich verpflichtet, die Welt von den Atomwaffen zu befreien, erklärt Özgür Gürbüz, Sprecher von Greenpeace Türkei. Sie dürfen den Erwerb, Besitz oder Einsatz dieser Massenvernichtungswaffen nicht fördern. Um einen Anfang zu machen, sollte die NATO deshalb auf diesem Treffen die Beseitigung der Atombomben beschließen. Die Welt hat eindeutig genug Tod und Zerstörung gesehen.

Die NATO ist nicht nur die größte Militär-, sondern in erster Linie eine Atomwaffenallianz. Die Zahl der atomaren Sprengköpfe in ihren Reihen erreicht die 10.000. Das führt dazu, das sich in fünf Mitgliedstaaten US-Atomwaffen befinden, die über keine eigenen Atombomben verfügen: Türkei, Italien, Deutschland, Niederlande und Belgien.

Doch es gibt auch Staaten, die auch in Friedenszeiten keine Atomwaffen auf ihrem Territorium dulden, wie Dänemark, Norwegen, Griechenland und Spanien. In einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie sprechen sich rund 72 Prozent der türkischen Bevölkerung dafür aus, dem Beispiel dieser Länder zu folgen.

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