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Mehr Tritium für US-Atombomben

Die US-Atomaufsichtskommission (NRC) hat dem Atomkraftwerks-Betreiber Tennessee Valley Authority (TVA) die Erlaubnis erteilt, in seinem Atommeiler Watts Bar mit Hilfe einer neuen Technik radioaktives Tritium für das Energieministerium (DOE) herzustellen.

Die Technik wurde vom DOE entwickelt: Bei der Herstellung der strahlenden Variante des Wasserstoffs binden so genannte absorbierende Brennelemente das frei werdende Tritium. Nach dem Entfernen der Brennelemente aus dem Reaktor kann dieses dann in größerer Menge und leichter als bisher extrahiert werden.

Tritium wird in einer Reihe von herkömmlichen Produkten eingesetzt. Man findet es in der Beleuchtung für Start- und Landebahnen auf Flughäfen sowie leuchtenden Notausgang-Schildern. Aber auch in der medizinischen und biologischen Forschung wird es gebraucht. Es kommt auch als möglicher Brennstoff bei der Kernfusion in Frage. Allerdings ist für das Tritium aus Watts Bar noch ein anderer Verwendungszweck vorgesehen: Es soll in der US-Atomwaffenforschung und in zukünftigen neuen Atombomben eingesetzt werden.

Die Erlaubnis für die TVA erstreckt sich auf bis zu 2304 absorbierende Brennelemente, die im Reaktorkern für die Dauer eines Brennstoff-Zyklus (18 Monate) bestrahlt werden dürfen. Danach werden sie zur Atomanlage Savannah River Site transportiert, wo das Tritium gewonnen wird. Nach Plänen des DOE soll TVA solange immer wieder neue Brennelemente in Watts Bar installieren, bis das Atomkraftwerk das Ende seiner Laufzeit erreicht hat.

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