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Krieg und Frieden

Greenpeace ist gegen jeden Krieg. Umso verhängnisvoller bewertet die Umweltorganisation die Tendenz, Kriege wieder zum normalen Instrument der Politik zu machen.

Nicht erst Ende des Jahres 2003 zeichnet sich ab, was von zahlreichen Organisationen prophezeit worden war: Der Kampf gegen den Terrorismus und die angebliche Gefahr von Massenvernichtungswaffen im Irak waren nur Vorwände der USA, um den Irak aus machtpolitischen Erwägungen, insbesondere wegen der Ressource Öl anzugreifen.

Bereits vor Kriegsbeginn hatte Greenpeace versucht, auf die wahren Kriegsgründe aufmerksam zu machen: Vor der US-Botschaft in Berlin wird symbolisch Öl gesammelt, um die Erdölabhängigkeit der USA zu lindern.

Greenpeacer und viele tausend Sympathisanten bekunden ihre Ablehnung der verantwortungslosen amerikanischen Militäraktion: bei Mahnwachen während der militärischen Angriffe, bei Aktionen vor der US-Botschaft in Berlin, wo jede Stunde eine Kerze angezündet und jede halbe Stunde eine selbst aufgebaute Bronzeglocke geläutet wird. Mit einem riesigen Transparent Old Europe says NO am Brandenburger Tor identifiziert sich Greenpeace mit dem massiven Widerstand in nahezu allen europäischen Ländern. In Berlin entsteht außerdem ein riesiges Banner mit Unterschriften gegen den amerikanischen Irak-Krieg.

Nach Beendigung der Kampfhandlungen im Irak untersucht ein Greenpeace-Team vier Wochen lang die Region um die Atomanlage Tuwaitha auf Radioaktivität. Die Funde alarmieren: Die Gesundheit der zumeist sehr armen und schlecht gebildeten Menschen ist akut gefährdet. Kinder und Jugendliche plündern radioaktiv verstrahlte Gegenstände und benutzen sie, völlig unwissend und ohne Aufklärung seitens der Veantwortlichen.

Niemand kümmert sich um die gefährliche und völlig ungesicherte atomare Hinterlassenschaft dieser größten Atomanlage des Landes. Aber selbst wenn man die Strahlenquellen kennt, ist es ein Problem, sie wegzuschaffen. Es gibt keinen Ort zum Lagern. Die Stellen werden zunächst mit dicken Bleiplatten abgeschirmt.

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